Afghanistan droht laut Hilfsorganisation eine Hungerkatastrophe

Im Norden Afghanistans bahnt sich wegen einer schweren Dürre eine Hungerkatastrophe an. In der Hälfte der 34 Provinzen sei der für die Aussaat wichtige Regen im Frühjahr fast vollständig ausgeblieben, teilte die Welthungerhilfe am Dienstag in Bonn mit.

Die Bauern müssten ihre Tiere verkaufen, weil für sie kein Wasser und Futter mehr zur Verfügung stehe. Auch die Vorräte sind den Angaben zufolge nach einem extrem harten Winter bereits aufgebraucht.

“Die Felder und Weiden sind leer, es gibt hier nichts mehr”, sagte Uwe Hermann, Projektleiter der Welthungerhilfe in der Provinz Jovzjan. Die weltweit angestiegenen Nahrungsmittelpreise verschärften zudem das Problem, weil die Menschen kein Geld hätten, um den teuren Weizen zu bezahlen. Wenn wir diesen Menschen in den kommenden Wochen nicht helfen, wird es im Winter Hungertote geben, denn die nächste Ernte gibt es erst im Frühjahr 2009″, warnte Hermann.

Die Temperaturen sind bei ausbleibendem Regen seit April auf 45 Grad gestiegen. Besonders betroffen sind laut Hilfsorganisation die Provinzen Jovzjan und Faryab. Viele Familien schickten männliche Angehörige nach Pakistan oder in den Iran, um dort Arbeit zu finden und Geld für die Zurückgebliebenen zu schicken, heißt es weiter.

Die Welthungerhilfe entsendet in den kommenden Tagen nach eigenen Angaben zwei zusätzliche Fachkräfte in die Region. Sie sollen gemeinsam mit den Bauern Strategien erarbeiten, die die Lebenssituation der Betroffenen langfristig verbessert und ihnen hilft, auf zukünftige Dürren besser zu reagieren.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Afghanistan droht laut Hilfsorganisation eine Hungerkatastrophe
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen