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Afghanistan: Blutbad in Moschee

Bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee in der südafghanischen Stadt Kandahar sind am Mittwoch mindestens zwanzig Menschen getötet worden. Mindestens 72 Teilnehmer wurden verletzt, vier von ihnen schwer.

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee in der südafghanischen Stadt Kandahar sind am Mittwoch mindestens 20 Menschen getötet worden, andere Berichte sprechen von 17 Opfern. Der Terrorakt richtete sich gegen eine Trauerfeier für einen Geistlichen, der als Kritiker der fundamentalistischen Taliban-Miliz erst am Sonntag einem Attentat zum Opfer gefallen war. Mindestens 72 Teilnehmer wurden nach Angaben des örtlichen Klinikdirektors verletzt, vier von ihnen schwer.

Attentat während Trauerfeier für Attentatsopfer

Mehrere hundert Menschen waren zu der Trauerfeier in der nach dem Attentatsopfer benannten Mullah-Abdul-Fajas-Moschee versammelt. Die Bombe sei in der Nähe des Ortes explodiert, an dem die Gläubigen vor Betreten der Moschee ihre Schuhe ausziehen, sagte der stellvertretende Polizeichef von Kandahar, Salim Chan. Auch der Täter betrat die Moschee durch den Haupteingang und zündete dann den Sprengsatz, wie verletzte Besucher der Trauerfeier berichteten. Nach der Bluttat waren dort Blutlachen und Teile von toten Körpern zu sehen. Unter den Toten ist auch der Polizeichef der Hauptstadt Kabul, General Akram Chakreswal.

Bild des Schreckens

„Ich sah überall die zerfetzten Leichen herumliegen, überall war Blut. Auch tote Polizisten lagen dort“, berichtete ein Überlebender. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, die Drahtzieher des ersten Selbstmordanschlags auf eine Moschee in Afghanistan seien die Feinde des Friedens, der Stabilität und des Islam. Er sprach von einer Tat von „Fanatikern“. Ein Sprecher der Taliban erklärte, er wisse nichts von einem Anschlag. Keiner der Kämpfer habe ihn kontaktiert.

Mullah Abdul Fajas unterstützte den afghanischen Präsidenten Hamid Karzai und rief die Bevölkerung erst kürzlich dazu auf, sich von den Taliban-Rebellen fernzuhalten. Eine Woche danach wurde er erschossen.

Kritik aus den USA

Das US-Militär verurteilte den jüngsten Angriff aufs Schärfste. „Tragische Ereignisse wie dieses bekräftigen lediglich unsere Entschlossenheit, dass wir den Terrorismus jetzt ausrotten müssen“, sagte ein Sprecher. Vom Erfolg des Vorgehens gegen die Rebellen hänge die Zukunft Afghanistans ab. Die USA waren Ende 2001 in dem Land einmarschiert und hatten das Taliban-Regime entmachtet, dem sie enge Verbindungen zum Al-Kaida-Chef Osama bin Laden vorwarfen. Nach wie vor kämpfen die rund 18.300 US-Soldaten in Afghanistan gegen Taliban-Rebellen, die immer wieder Anschläge verüben.

Hochburg der Taliban

Kandahar war eine Hochburg der Taliban, die nach Beginn des Afghanistan-Krieges der USA im Herbst 2001 gestürzt wurden. Seitdem führen die Taliban und versprengte Kämpfer der Terrorgruppe Al Kaida einen Untergrundkrieg gegen die neue Regierung und die US-Truppen. Beim bisher letzten Bombenanschlag in Kandahar kamen am 17. März fünf Menschen ums Leben. Im Jänner 2004 wurden mindestens 15 Menschen bei der Explosion einer Bombe getötet, die an einem Fahrrad befestigt war.
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