Afghanistan: Attentat auf Parlamentskandidaten

Bei einem fehlgeschlagenen Attentat auf einen weiteren Kandidaten bei den bevorstehenden Parlamentswahlen sind in Afghanistan zwei Menschen ums Leben gekommen. Seit Jahresbeginn kamen über 1100 Menschen um.

Der Politiker Ghulam Nabi Balush habe den Überfall am Stadtrand von Herat im Westen des Landes zwar überlebt, teilten die Behörden am Samstag mit. Ein Leibwächter und einer der Angreifer seien aber getötet worden. Balush sei am Freitag auf Wahlreise gewesen, als Unbekannte sein Fahrzeug beschossen hätten. Einer der Angreifer sei gefasst worden.

Die Parlamentswahl soll nach mehrmaliger Terminverschiebung nun am 18. September stattfinden. Bisher wurden sechs Kandidaten ermordet, zahlreiche weitere überlebten Anschläge. Am Freitag hatten die Behörden gemeldet, dass fünf Leichen aufgefunden wurden; einer der Toten war ebenfalls ein Parlamentskandidat. Seit Beginn des Jahres hat Afghanistan einen starken Gewaltanstieg verzeichnet, insbesondere im Süden und Osten des Landes. Seit Jänner wurden mehr als 1100 Menschen getötet. Im gesamten vergangenen Jahr waren es rund 850 gewesen.

Die Taliban haben ihre Landsleute, die vom Stimmrecht Gebrauch machen sollten, mit dem Tod bedroht. Die Teilnahme an der Wahl sei „gleichbedeutend mit der Versklavung durch die USA“. Das fundamentalistische Taliban-Regime war Ende 2001 durch eine US-geführte Militärintervention entmachtet worden.

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