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Afghanistan: 17 spanische Soldaten getötet

Bei einem Hubschrauberabsturz in Afghanistan sind 17 spanische Soldaten getötet worden. Das wurde am Dienstag am NATO-Haupquartier in Brüssel bestätigt.

Beim Absturz eines Militärhubschraubers nahe der westafghanischen Stadt Herat sind 17 spanische Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF ums Leben gekommen. Kein Insasse habe das Unglück vom Dienstag überlebt, teilte das spanische Verteidigungsministerium in Madrid mit. ISAF-Sprecher Andrew Elmes sagte in Kabul, es gebe keine Hinweise darauf, dass der Helikopter abgeschossen worden sei. Ein zweiter spanischer Hubschrauber habe in der Nähe eine Notlandung machen müssen. Der staatliche spanische Rundfunk RNE berichtete, dabei seien mehrere Insassen verletzt worden.

Elmes sagte, die Absturzursache werde noch untersucht. Unter den Toten sind auch die fünf Besatzungsmitglieder. Die beiden Hubschrauber seien auf einem Übungsflug gewesen und hätten Sicherungsaufgaben zur Parlamentswahl am 18. September trainiert. Spanien unterhält in Herat eine Basis. Stadt und Provinz Herat sind selten Operationsgebiet für radikalislamische Rebellen. Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodróguez Zapatero brach nach dem Unglück seinen Urlaub auf Lanzarote ab und flog zurück nach Madrid.

Auf dem Rückweg von Afghanistan nach Spanien waren im Mai 2003 bei einem Flugzeugabsturz in der Türkei 62 spanische ISAF-Soldaten und 12 ukrainische Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Bei dem Unfall am Dienstag mit 17 Toten handelt es sich um die schwersten spanischen Verluste in Afghanistan.

Ende Juni hatten Kämpfer der radikal-islamischen Taliban in der ostafghanischen Provinz Kunar einen US-Transporthubschrauber vom Typ CH-47 Chinook abgeschossen. Alle 16 Soldaten an Bord waren dabei getötet worden. Einen Monat später war ein baugleicher Hubschrauber in der südafghanischen Provinz Kandahar nach US-Angaben abgestürzt, ohne dass es Tote oder Verletzte gab. Die Taliban hatten angegeben, auch diesen Helikopter abgeschossen zu haben.

Sicherheitskräfte hatten in den vergangenen Monaten vor Angriffen gegen Hubschrauber in Afghanistan gewarnt. In Afghanistan wird am 18. September erstmals seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban Ende 2001 ein Parlament gewählt. Spanien hat in Afghanistan rund 850 ISAF-Soldaten stationiert. Die deutsche Bundeswehr stellt in der Hauptstadt Kabul sowie in Kunduz und Faisabad im Norden des Landes rund 2000 Soldaten für die Schutztruppe. 93 österreichische Bundesheer-Soldaten arbeiten beim deutschen Wiederaufbau-Team in Kunduz mit.

Als eine der wichtigsten Aufgaben der ISAF in den kommenden Wochen gilt die Sicherung der Wahl. Vor der Wahl haben Anschläge und Angriffe radikal-islamischer Rebellen deutlich zugenommen. Verteidigungsminister Günter Platter reist am 22. August zu einem Truppenbesuch nach Kunduz, der deutsche Verteidigungsminister Peter Struck am 28. August. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl hat angesichts des jüngsten Hubschrauber-Unglücks „den sofortigen Abzug der 93 österreichischen Soldaten aus Afghanistan“ gefordert. Das Bundesheer habe bei dem „Wahnsinns-Einsatz“ „nicht das Geringste verloren“, so Kickl laut FPÖ-Aussendung.

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