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Ach muss breiter werden

Die kleine Schrebergartensiedlung am Kennelbacher Ufer wird wohl weichen müssen.
Die kleine Schrebergartensiedlung am Kennelbacher Ufer wird wohl weichen müssen. ©VN/ Matt, Schmidt
Kennelbach - Kennelbacher Voranschlag steht ganz im Zeichen des Hochwasserschutzes.

Die knapp 2000-Seelen-Gemeinde Kennelbach wird kommendes Jahr voraussichtlich 3,6 Millionen Euro ausgeben, viel davon fließt in die Hochwasservorsorge. Eine vorgesehene Verbreiterung des Bachbetts der Bregenzerach wird ziemlich sicher auch eine kleine Schrebergartensiedlung delogieren. Noch wird der Kennelbacher Voranschlag beraten. Die Gestaltungsspielräume für Bürgermeister Hans Bertsch (60) bleiben begrenzt. Von knapp 320 ha Gemeindegebiet entfallen gerade mal 9,5 ha auf Bauland. Zusätzlicher Wohnraum etwa neben den bestehenden 467 Wohngebäuden muss den Gegebenheiten förmlich abgetrotzt werden.

Reserven schaffen

2010 hat Vorarlbergs an Fläche viertkleinste Gemeinde um 875.000 Euro „Böhlers Bühel“ erworben. Dort werden „sechs bis acht Einfamilienhäuser errichtet für Kennelbacher Familien“. Auf 1800 Quadratmetern am Fuß des Bühels wird vorbehaltlich eines Bebauungskonzeptes gemeinnütziger Wohnbau angedacht. Denn Kennelbach „schrumpft“. Hat sich die Bevölkerungszahl einst bei Einsetzen der Industrialisierung ab 1837 innerhalb von 30 Jahren verdoppelt, schwindet sie heute. 2128 Kennelbacher waren es 1991, nur noch 1961 zehn Jahre später. Dafür verweist Bertsch zufrieden auf das mustergültige Verhältnis von Einwohnern und Arbeitsplätzen. „Da beneiden uns viele.“ Den knapp 2000 Kennelbachern stehen inzwischen 900 Arbeitsplätze gegenüber. Allein der Autozulieferer Angell-Demmel gibt inzwischen 470 Menschen in Kennelbach Arbeit. Der Voranschag 2012 sieht für Kennelbach Investitionen von rund 500.000 Euro vor. Das Gros wird für Hochwasserschutz ausgegeben. Wildbach- und Lawinenverbauung und Wasserwirtschaft arbeiten Sanierungsmaßnahmen für jene drei Dorfbäche aus, die 2010 zu unverträglichen Wassermengen anschwollen. Ein Fußgängersteg wurde damals weggerissen und kann nicht mehr ersetzt werden. Auf einer von drei Autobrücken musste die Gewichtsbeschränkung auf zwei Tonnen reduziert werden. Nun sollen Krummen-ackerbach und Luchserbach gebündelt und in den Werkskanal umgeleitet werden. Der Wendelinsbach bereitet den Kennelbachern besonderen Kummer, weil er bei einem 100-jährigen Hochwasser vor-ausberechnet 39 Kubikmeter Wasser pro Sekunde führen würde, „und das kriegen wir nicht geregelt“.

Wo kommt das Kraftwerk?

Die große Unbekannte heißt weiterhin Bregenzerach, in deren Unterlauf der heimische Energieversorger illwerke vkw ein Kraftwerk plant. „Uns Kennelbachern wäre der Standort natürlich im Mündungsgebiet am liebsten“, beteuert Bertsch, „denn bei uns ist die Bregenzerach Erholungsraum pur.“ Die Wassermassen der Ach stellen die Kennelbacher ohne­dies vor beachtliche Probleme. „An der Brücke nach Wolfurt fehlt uns im Ernstfall ein ganzer Meter Freibord“, sagt Bertsch. Die Brücke aber könne nicht angehoben und das Bachbett der Bregenzerach nicht vertieft werden. „Sonst gefährden wir das Grundwasser für uns, Bregenz, Wolfurt und Lauterach.“ Wird also nur der Ausweg bleiben, das Bachbett breiter zu gestalten. Das würde u. a. das „Aus“ für zehn Schrebergartenhäuschen am Kennelbacher Ufer bedeuten. Als eines jüngst abgebrannt ist, hat die Bezirkshauptmannschaft einen neuerlichen Bauantrag vorsorglich abgelehnt. Denn auf Höhe Bregenz steht einer Verbreiterung des Flussbetts die Achsiedlung mit 500 Wohneinheiten und 2600 Bewohnern im Weg.

(VN/ Thomas Matt)

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