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Absturz bei Athen: Drei Mal "Mayday"

Im Cockpit der Todesmaschine von Athen hat sich kurz vor dem Absturz ein Drama abgespielt. Laut Stimmenrekorder rief eine unbekannte männliche Stimme drei Mal "Mayday" - das internationale Wort für Notruf.

Außerdem war „tiefes Ein- und Ausatmen“, vermutlich durch eine Sauerstoffmaske, zu hören sowie „ein Flüstern, als ob jemand mit sich selbst spricht“. Zuvor hatte es geheißen, es seien lediglich Atemgeräusche zu hören. Am 14. August war nahe der griechischen Hauptstadt eine Boeing 737-300 der zyprischen Fluggesellschaft Helios Airways abgestürzt. Alle 121 Insassen kamen ums Leben.

Medien in Athen berichteten am Sonntag weiter unter Berufung auf die Untersuchungskommission der Zivilen Luftfahrt Griechenlands, dass vermutlich sowohl der Notruf als auch die schweren Atemzüge vom Steward stammten, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Cockpit befand. Der Co-Pilot war ohnmächtig geworden, der deutsche Pilot saß nicht auf seinem Platz. Der Steward hatte nur eine Pilotenlizenz für kleine Flugzeuge und nach Expertenangaben keine Chance, eine Boeing 737-300 zu landen.

Die Fachleute konzentrierten ihre Untersuchungen am Sonntag auf die Phase kurz nach dem Start der Maschine in Larnaka auf Zypern. Aus den Funkgesprächen des deutschen Piloten mit den Helios-Technikern ergibt sich: Die Kühlung der Computer funktionierte nicht. Der Pilot wurde von den Technikern am Boden aufgefordert, aufzustehen und eine Sicherung hinter seinem Sitz auszuschalten, damit das sekundäre Kühlungssystem eingeschaltet werden könne. Gleichzeitig trat ein akutes Sauerstoffproblem auf, berichtete übereinstimmend die griechische Presse unter Berufung auf die Untersuchungskommission. Es sei auch zu Kommunikationsproblemen mit den Technikern in Larnaka gekommen.

Beschäftigt mit diesen Problemen, hätten die Piloten vermutlich vergessen, dass die Maschine mittlerweile in große Höhe aufgestiegen war. In der Maschine verloren die Menschen bereits das Bewusstsein, lautet die wahrscheinlichste Version des Gesehens. Gerüchte und Spekulationen von zyprischen Boulevardblättern, die Piloten hätten eine Schlägerei gehabt oder dass an Bord der Maschine angeblich eine Bombe war, wurden von keiner Seite bestätigt.

Dagegen sollen Crewmitglieder von einem eigenartigen Geräusch berichtet haben, das aus der linken hinteren Tür des Flugzeuges gekommen sei. Dies könnte, so heutige Erkenntnisse, ein Entweichen von Luft gewesen sein.

Nach der Tragödie wurden die Kontrollen auf griechischen und zyprischen Flughäfen erheblich verschärft, wie das griechische Fernsehen berichtete. Auf Zypern konnten zwei Maschinen der staatlichen Fluggesellschaften Cyprus Airways und der griechischen Olympic Airlines am Sonntag erst mit mehrstündiger Verspätung starten, weil nach offiziellen Angaben kleinere Probleme festgestellt worden waren.

Im nordgriechischen Thessaloniki brach ein Pilot der italienischen Fluggesellschaft Alitalia den Start ab, als Vögel in die Turbinen geraten waren. 143 Passagiere mussten viele Stunden bis zum neuerlichen Start auf dem Flughafen ausharren.

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