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Abschaffung der 6,0

Revolution im Eiskunstlauf Mit einer Revolution des Wertungssystems will die Internationale Eislauf-Union (ISU) Konsequenzen aus dem Paarlauf-Skandal bei den Olympischen Winterspielen ziehen und ihren ramponierten Ruf aufpolieren.

Als gravierendste Änderung ist die Abschaffung der bisherigen Noten bis 6,0 vorgesehen.

“Wir mussten handeln, doch so ein Projekt gab es in der Geschichte des Eiskunstlaufens noch nie”, sagte ISU-Präsident Ottavio Cinquanta am Montag. Der Italiener, der in Salt Lake City um Schadensbegrenzung für seine Sportart bemüht ist, will auch die oft erkennbare Über- oder Unterbewertung der Preisrichter für Aktive bestimmter Länder unterbinden.

Statt wie bisher neun sollen in Zukunft 14 Juroren eine Vorstellung bewerten. Per Computer werden aber nur sieben Wertungen ausgewählt, die am Ende anonym bleiben. “So macht die Bestechung eines Preisrichters gar keinen Sinn mehr, denn man weiß ja gar nicht, ob seine Wertung überhaupt zählen wird”, meinte Cinquanta bei einer Pressekonferenz vor Hunderten von Journalisten.

Der elfköpfige ISU-Vorstand segnete das Projekt am Montag einstimmig ab. Nun muss es beim Kongress im Juni in Kyoto mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit endgültig beschlossen werden. Bereits vor Jahren scheiterte Cinquanta mit ähnlichen Plänen in seinem Landesverband. “Die Versammlung ist sehr konservativ, wir müssen das Projekt sehr gut vorbereiten”, meinte Cinquanta, der das Wertungssystem so schnell wie möglich einführen will. In den kommenden Monaten wird die Technische Kommission das neue Punktesystem ausarbeiten, das zum Ziel hat, Leistungen besser vergleichbar und gerechter bewertbar zu machen.
Licht in das Dunkel der Affäre um die französische Preisrichterin Marie-Reine Le Gougne brachte Cinquanta nicht. Es sei eine Kommission eingesetzt, die die Hintergründe um die manipulierte Paarlauf-Wertung aufklären soll. Von ihr werde die suspendierte Jurorin sowie ihr Verbandspräsident Didier Gailhaguet vernommen.

Angeblich soll Le Gougne von Gailhaguet unter Druck gesetzt worden sein, ihre Stimme für Jelena Bereschnaja/Anton Sicharulidse (Russland) zu geben, womit Jamie Sale/David Pelletier benachteiligt worden waren. In französischen Medien gibt es widersprüchliche Aussagen von Le Gougne, die die Kommission erst untersuchen will. Zuletzt behauptete die 40-jährige Straßburgerin, die Russen seien für sie eindeutig besser gewesen.

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