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"Abnehmen geht nur mit Freude"

Über die Hymne an den Leberkäs der Brüder Fleisch würde auch sie süffisant lächeln. Ingeborg Köb weiß schließlich kaum besser wie jemand anders, dass Lebenslust auch durch den Magen geht.

Wie sehr Zeitgenossen an Schweinshaxn, Würsten, Gulasch und Schnitzel hängen. Wie schwer sie sich dabei tun, das Deftige in Einklang mit dem Leichten und dem Gesunden zu bringen. Ingeborg Köb ist Ernährungsberaterin. Und als solche besonders in der Fastenzeit Zufluchtsstätte für jene, die abnehmen wollen bzw. müssen. „Das Essen ist vor allem eine emotionale Angelegenheit“, weiß Köb. „Und jene, die mit Kampf und Krampf überschüssiges Gewicht loswerden wollen, sind oft Verlierer.“

Als Ernährungsberater ist man/frau auch gleichzeitig Psychologe. Die große Herausforderung dabei: „Wie bringe ich Menschen dazu, sich ausgewogen zu ernähren, ohne ihnen die Lebensfreude zu nehmen?“, weiß Ingeborg Köb, seit 27 Jahren in diesem Job tätig, nur zu gut.

Natürlich hat die 47-Jährige speziell in der Fastenzeit viel zu tun. Menschen kommen zu ihr, „weil sie entschlacken wollen, sich für den Frühling fit zu machen, an der Bikini- bzw. Badehosenfigur zu arbeiten“. Klar gibt es dafür die gängigen Grundregeln: Abstinenz vom Alkohol, viel Wasser und Tee trinken, Reis, Gemüse, Kartoffeln, Salat und Obst essen.

Kleinere Töpfe

Das klingt alles so logisch und leicht. Is(s)t es aber nicht. „Viele beruflich tätigen Menschen wissen nicht, wie sie sich ihre Kost während eines Tages zubereiten sollen“, erzählt Köb. Und spätestens dann wird aus der Ernährungsberaterin eine Managerin, die ihren Kundschaften nahe bringt, was sie zum Beispiel wann vorkochen und wie konservieren können. Welche Produkte sich dafür eignen. Wie man längere Dienstreisen entschlackend und kalorienarm übersteht.

Oft kann Köb aber auch mit ganz einfachen, wie gleichwohl wirkungsvollen Tipps dienen. „Da war ein Ehe – paar, deren Kinder schon aus dem Haus sind. Beim Kochen hat die Frau aus Gewohnheit immer viel zu viel gekocht. Da riet ich ihr, doch einfach kleinere Töpfe zu kaufen, um das Gefühl für die Menge zu bekommen. Es hat geklappt“

Fatalismus

Richtig abnehmen, so glaubt Köb, gehe nur ohne schlechtes Gewissen. „Nichts ist schlimmer, wie wenn Genuss von einem schlechten Gewissen begleitet wird. Wenn man sich Vorwürfe macht, weil man einmal schwach wurde.“ Dann würden Stresshormone ausgeschüttet, die das Abnehmen verhindern. „Einmal schwach zu werden, heißt ja nicht, dass die Grundhaltung gleich beim Teufel sein muss.“ Leider würden jedoch manche so reagieren. Fatalistisch alles hinschmeißen und dann den Frust buchstäblich in sich hineinfressen.

Immer häufiger darf Ingeborg Köb in ihrer Praxis Männer begrüßen. Diese schätzt die Wolfurterin als angenehme Kundschaften. Weil sie gradliniger seien und weniger unter Druck stünden wie Frauen mit dem idealisierten Schlankheitsbild. „Und“, so die selbst gertenschlanke Ernährungsberaterin, „Männern sieht man ein kleines Bäuchlein eben nach. So als würde das zu einem Mann gehören.“

ZUR PERSON

Ingeborg Köb

  • Geboren: 5. 2. 1959
  • Wohnort: Dornbirn
  • Beruf: Ernährungsberaterin
  • Familienstand: Mutter von vier Kindern
  • Hobby: Gartenarbeit
  • Lieblingsspeise: Thailändische Küche
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