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Ab Herbst: Maskenpflicht für Lehrer und Schüler soll erneut kommen

©Frederic J. BROWN / AFP / APA
Mund-Nasen-Schutz soll nach Meinung der Lehrergewerkschaft im Herbst ein Comeback feiern. Die Regierung bereitet gerade sehr spezifische Varianten für unterschiedliche virologische Situationen vor.
Maskenpflicht in Schulen fällt

Nach den Pfingstferien ist die Maskenpflicht an Schulen am 3. Juni ausgelaufen. Geht es nach dem obersten Lehrergewerkschafter Paul Kimberger, soll der Mund-Nasen-Schutz im Herbst ein Comeback feiern. Lehrer würden ihn immer wieder fragen, wie sie sich schützen könnten. Deswegen sei er für den Mund-Nasen-Schutz für Schüler und Lehrer, sagt Kimberger in der U-Bahnzeitung "Heute" am Dienstag.

Masterplan dringend nötig

Kritik übte er neuerlich an der fehlenden Gesamt-Planung für das kommende Schuljahr. "Wir haben noch immer keine detaillierten Informationen bekommen, wie es im Herbst an den Schulen weitergehen soll." Vorausschauendes Planen schaue anders aus. "Schließlich werden wir es immer wieder mit lokalen Lockdowns zu tun haben." Der Gewerkschafter forderte daher erneut einen Masterplan, der alle möglichen Szenarien vom Vollbetrieb bis zum erneuten Fernunterricht umfassen müsse.

Vorarlbergs Eltern und Lehrer haben Angst

Es herrsche große Verunsicherung im Land, sagt Willi Witzemann, der Personalvertreter der Pflichtschullehrer in Vorarlberg gegenüber dem "ORF". Bei der Personalvertretung würden sich sowohl Lehrer als auch Eltern melden, die Angst hätten. Einen verpflichtenden Mund-Nasen-Schutz möchte Witzemann aber von den Fallzahlen abhängig machen.

Gerhard Rüdisser, der Obmann der Unabhängigen Bildungsgewerkschaft, tendiert eher zu einem Mund-Nasen-Schutz an Schulen. Als der Schutz vor ein paar Wochen gefallen sei, sei es mit dem Distanzhalten in den Schulen deutlich schwieriger geworden.

Anschober: "Nicht jetzt im Juli entscheiden"

Die Forderung von Lehrergewerkschafter Paul Kimberger nach einem Mund-Nasen-Schutz für Schüler und Lehrer ab Herbst kommt für Gesundheitsminister Rudolf Anschober zu früh. Anschober meinte am Dienstag, dass im Juli keine Entscheidung zur Maskenpflicht in Schulen fallen wird. Der Minister meint wortwörtlich: "Ich halte es für schon sehr professionell, nicht im Juli die Situation zu entscheiden, die es Mitte September gibt. Sondern wir haben bis dorthin noch unglaublich viele Unabwägbarkeiten."

Den Worten von Anschober zufolge gebe es im Bildungsministerium schon jetzt sehr spezifische Varianten für unterschiedliche virologische Situationen. Diese werde die Regierung aber erst dann kommunizieren, wenn es halbwegs abschätzbar ist, wie die Situation zu Schulbeginn sein wird.

NEOS: Klares "Nein" für allgemeine Maskenpflicht an Schulen

Ein klare Absage erteilt NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre der Forderung von Lehrergewerkschafter Paul Kimberger nach einer allgemeinen Maskenpflicht für Schüler und Lehrer. "Hier muss man genau nach Alter und Fallzahlen differenzieren. Es ist erwiesen, dass Kinder keine Superspreader des Coronavirus sind. Auch gab es an Schulen keine Cluster, die auf das Ende der Maskenpflicht zurückzuführen sind. Es ist daher nicht zielführend, einen verpflichtenden Mund-Nasen-Schutz an Schulen einzuführen", so die NEOS-Bildungssprecherin. "Die Praxis zeigt, dass sich gerade jüngere Kinder mit dem richtigen Umgang mit Masken schwertun und für Lehrer ist es schier unmöglich, ständig die korrekte Handhabung zu kontrollieren."

Es brauche, so Künsberg Sarre, nun endlich eine Perspektive für den Herbst. Eltern, Kinder und Lehrer brauchen Klarheit, wie es ab Herbst weitergeht".

SPÖ: Hammerschmid sieht sich in ihrer Forderung bestärkt

SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid unterstützt die Forderung der Lehrer-Gewerkschaft, dass für das nächste Schuljahr ein Masterplan mit verschiedenen Szenarien und genauen Abläufen erarbeitet werden muss. "Eltern, Schüler sowie Lehrer brauchen Planungssicherheit für das nächste Schuljahr. Das Bildungsministerium darf die Fehler der letzten Monate nicht wiederholen und die Familien und LehrerInnen ohne klare Vorgaben und Prozesse alleine lassen." Dafür brauche es einen mit den Schulpartnern abgestimmten, in ganz Österreich geltenden Plan - auch zu der Frage des Tragens eines Mund-Nasen-Schutzes."

"Was nicht mehr passieren darf", so die SPÖ-Bildungssprecherin, "ist, dass Kinder mit einem Schnupfen nach Hause geschickt werden oder Schulen und Kindergärten mehrere Tage auf Testergebnisse warten müssen und geschlossen bleiben." Klassen- oder Schulschließungen dürften nicht wahllos und flächendeckend erfolgen, sondern nur evidenzbasiert und verbunden mit einer umfassenden Teststrategie. Der Ablauf in Oberösterreich - wo tausende Schüler aufgrund von wenigen Infektionen an Schulen frühzeitig nach Hause geschickt wurden - dürfe nicht zur Normalität werden. Ihrer Meinung nach weisen die Entwicklungen darauf hin, dass es immer wieder zu Schließungen von einzelnen Klassen oder Schulen kommen kann.

Lehrerin erklärt Schwierigkeiten in Coronakrise

(APA)

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