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90-Stunden-Wochen: Anzeige gegen drei Vorarlberger Hotels

Drei Vorarlberger Hotels wurden angezeigt.
Drei Vorarlberger Hotels wurden angezeigt. ©Pixabay
Weil Angestellte mehr als 90 Stunden pro Woche arbeiteten, erstattete das Arbeitsinspektorat Anzeige gegen drei Hotels im Montafon und am Arlberg.

Die betreffenden Hotelbetriebe sind bei einer Schwerpunktkontrolle erwischt und angezeigt worden. Das berichtete ORF Vorarlberg am Mittwochvormittag. Die Hotels sind bei der Bezirkshauptmannschaft angezeigt worden, weil die Übertretungen schwerwiegend waren. Die Strafe dürfte sich auf 5.000 bis 10.000 Euro belaufen.

Personalnot

57 Hotels und Gastbetriebe wurden insgesamt kontrolliert, 23 hielten sich nicht das neue Arbeitszeitgesetz, das immerhin 60-Stunden-Wochen erlaubt. In sechs Betrieben mussten die Angestellten sogar ohne Ruhetag die ganze Woche durcharbeiten. Die erwischten Hoteliers rechtfertigten sich damit, dass sie an Personalnot leiden und nur so die anfallende Arbeit bewältigt werden konnte.

Gewerkschaft ist schockiert

Das Ausmaß der Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz in Tourismusbetrieben in Vorarlberg schockiert Reinhard Stemmer, Landesvorsitzender der Gewerkschaft vida, die für die Beschäftigten im Tourismus zuständig ist. „Dass es schwarze Schafe gibt, war bekannt. Die Anzahl und das Ausmaß der nun vom Arbeitsinspektorat festgestellten Verstöße bildet aber eine neue Dimension und stellt den größten Skandal der letzten Jahre dar“, findet Reinhard Stemmer klare Worte.

Das neue Arbeitszeitgesetz von ÖVP und FPÖ habe diese Missstände erst möglich gemacht. Jetzt gelte es gegenzusteuern. „Es braucht eine Überarbeitung des Arbeitszeitgesetzes, härtere Strafe bei Verstößen und vor allem deutlich bessere Arbeitsbedingungen in der Tourismusbranche.“

Wirtschaftskammer drängt auf rasches Verhandlungsergebnis

Die Kontrollergebnisse zeigen laut WKV auf, dass die Arbeitszeitregeln dringend an die Bedürfnisse in der Tourismuswirtschaft angepasst werden müssen, denn im Vergleich zu anderen Branchen hat der Tourismus saisonal bedingte Besonderheiten. "Die Arbeit fällt dann an, wenn der Gast im Sommer und im Winter bei uns im Urlaub ist. Dabei gibt es zeitlich bedingte Auslastungsspitzen wie zu Weihnachten und rund um die Neujahrstage. Aber es ist illusorisch zu glauben, dass ein Betrieb für einen so kurzen Zeitraum um bis zu 20 Prozent mehr Mitarbeitende gewinnen kann", erklärt Andrew Nussbaumer, stellvertretender Obmann der Sparte Tourismus.

Stunden-Überschreitung nicht akzeptabel

Daher müssten längst fällige Anpassungen im Kollektivvertrag wie beispielsweise die Bestimmungen zu den verschiedenen Durchrechnungszeiträumen für Mitarbeiter im Tourismus endlich an die tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden. In den geforderten Anpassungen gehe es jedoch nicht um die Ausweitung der maximalen Wochenarbeitszeit. "Die festgestellten massiven Überschreitungen weniger Betriebe sind natürlich nicht akzeptabel", hält Nussbaumer dazu fest.

Appell an Gewerkschaft

Das seit 2018 in Kraft getretene Arbeitszeitgesetz lasse diesbezüglich sozialpartnerschaftlichen Spielraum offen. Seit Monaten verhandeln die Tourismus-Vertreter daher mit der Gewerkschaft vida – bisher aber ohne Erfolg. Harald Furtner, Geschäftsführer der Sparte Tourismus: "Wir richten daher den dringenden Appell seitens des Vorarlberger Tourismus in Richtung vida: Wir brauchen zeitnah eine Lösung."

(Red.)

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