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85. Jägerball in Wien

"Zwei Jäger gehn beim Gasthaus vorbei“ - Der kürzeste Jägerwitz aller Zeiten. Sagt zumindest Ski-Kaiser Franz Klammer - und das anlässlich des 85. Jägerballs, der in der Hofburg stattfand.

3.200 alte und junge Hasen tummelten sich bei dem Groß-Event, das alljährlich vom Grünen Kreuz veranstaltet wird und stets für ein ausverkauftes Kartenkontingent sorgt.

„Politiker und Jäger besuchen gerne diesen Ball, weil sie eines gemein haben: Sie müssen wissen, wann sie welche Böcke nicht schießen dürfen“, witzelte der Oberösterreichische Landeshauptmann und Nicht-Jäger Josef Pühringer (V), der die Patronanz über das diesjährige Trachtenfest innehatte. „Ich schieße meine Böcke nur im Wald, nicht auf der Politbühne“, konterte Vizekanzler Hubert Gorbach (B), bevor er den Ball eröffnete.

Wo auch immer: Die APA fragte nach, wer unter Österreichs Parade-Waidleuten eigentlich die Ursprache der Jägersparte beherrscht. Eine Blume – „blüht immer schön“, antwortete etwa Pühringer, der am Montag seinem ersten Jägerball in der Bundeshauptstadt beiwohnte. Korrekt beantwortete die Frage Umweltminister Josef Pröll (V) sowie Raiffeisendirektor und Landesjägermeister Christian Konrad: „Die Blume ist der Hasenschwanz“.

Ein Luder – „ist hier wie dort ein Anziehungspunkt“ antwortete durchaus richtig Vizekanzler Hubert Gorbach (B). „Das ist das Aas“ bekräftigte noch präziser die Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V). Was hingegen ein „Spiegel“ ist, konnte die Ministerin, deren stolzeste Beute bisher lediglich Tontauben waren, nur mit Einsagen von Ehemann Alfons Mensdorff-Pouilly beantworten: „Der helle Fleck am Hinterteil vom Rotwild“. In Schuss, was seine Jägersprache betrifft, war BZÖ-Sprecher Uwe Scheuch, der, wie er selbst sagt, seit 20 Jahren Jäger ist, und alle APA-Fragen korrekt beantwortete.

Während sich die prominenten Ballbesucher in Sachen Jägerlatein recht gelehrig zeigten, scheiterte beinahe jeder an dem „Dirndl-Schleifen-Test“: „Was bedeutet es, wenn eine Frau das Schürzen-Mascherl links trägt?“, lautete die Frage der APA. (Anm.: Links bedeutet ledig, rechts bedeutet verheiratet). Ratlose Gesichter bei Gorbach, Pröll, Rauch-Kallat und Pühringer. Einen Kompromiss fand hier Ursula Stenzel, Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt: „Ich trage meine Schleife in der Mitte“.

Auf die Frage nach seiner Jagderfahrung antwortete Ski- und Fernsehliebling Armin Assinger, der in Tracht erschien – und zwar in einem Schottenrock (einem „Kärntner Kilt“, wie es seine Ehefrau liebevoll bezeichnete): „Ich war ein echter Schürzenjäger – bis ich meine Frau kennen gelernt habe.“ Die Damen des Abends präsentierten sich erwartungsgemäß dekoltiert im Dirndl. „Ich besitze zehn Dirndl“, berichtete stolz Barbara Wussow, die mit Ehemann Albert Fortell erschienen war. Ganze 20 Dirndl nennt die deutsche Schauspielerin Anja Kruse ihr Eigen, deren Lebensgefährte Norbert Blecha sich als Jäger der etwas anderen Art outete: „Ich jage Fische“.

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