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800 Meter langer Hang rutschte in Fluss

23.02.2007 - Ein rund 800 Meter langer Hang in Doren (Bregenzerwald) ist in dieser Woche in den nahe gelegenen Fluss Weißach gerutscht. Derzeit ragt eine 380 Meter breite Landzunge in die Weißach, das Gewässer staut sich bereits. Der Abbruch  Lokalaugenschein  Die Chronologie

Nach Angaben von Walter Bauer, Geologe des Landes Vorarlberg, ist das so genannte „Gschlief“ seit vergangenem Wochenende rund 40 Meter abgerutscht. Akute Gefahr für das Siedlungsgebiet bestehe derzeit aber nicht, so Bauer.

Insgesamt sind auf 800 Metern Länge und 380 Metern Breite gut 200.000 Quadratmeter Gestein in Bewegung. Die größte Verschiebung habe es am Donnerstag gegeben, so Bauer. „Der Hang bewegt sich nicht überall gleichmäßig, aber am Donnerstag ist er innerhalb von 24 Stunden nahezu 17 Meter abgerutscht“, erklärte der Fachmann. Im Vergleich dazu habe sich die Geschwindigkeit der Hangbewegung am Freitag deutlich reduziert, beruhigt hat sich das „Gschlief“ aber noch immer nicht. Über das Zustandekommen der Rutschung sagte Bauer, das Material weise an der Stelle sehr ungünstige Eigenschaften im Felsuntergrund auf. Eine der Schichten sei sehr weich, „und die rutscht uns zum dritten Mal in 20 Jahren weg“, informierte Bauer.

Derzeit ragt eine 380 Meter breite Landzunge in die Weißach hinein und staut sie auf. Schon in den Jahren 1988 und 2005 hatte sich ein solcher Stausee gebildet. „Wir kennen den Weißach-Stausee also schon, nur dass der Stauraum nun durch die früheren Bewegungen bereits etwas verlandet ist“, erklärte Bauer. Ein Durchbruch des Flusses sei nicht zu befürchten. Zum einen ist die Landzunge laut Bauer sehr breit, zum anderen führe die Weißach durch die geringen Niederschläge der letzten Zeit nur wenig Wasser. Der Fluss werde das Felsmaterial langsam erodieren.

Für Stabilisierungsmaßnahmen am Hang sei es noch zu früh, so Bauer. „Derzeit ist ein Eingriff nicht möglich, wir müssen warten, bis sich die Rutschung verlangsamt“, erklärte der Geologe. Warum der Hang jetzt in Bewegung geraten ist, obwohl die Witterung derzeit sehr trocken ist, sei eine interessante Frage, meinte Bauer. „Das ist nicht einfach zu sagen, wir untersuchen das derzeit“, so der Geologe.

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