700 Millionen Menschen haben Heuschnupfen und/oder Asthma

Allergische Erkrankungen international sind auf dem Vormarsch. Das ging vor kurzem auch aus dem Bericht der World Allergy Organization (WAO) hervor. Während der vergangenen 20 bis 30 Jahre hat demnach die Verbreitung allergischer Erkrankungen deutlich zugenommen. Dieser Trend bleibt konstant, heißt es in dem Report.
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Es wird angenommen, dass 400 Millionen Menschen weltweit unter allergischer Rhinitis leiden und 300 Millionen Menschen weltweit an Asthma erkrankt sind. Allergische Erkrankungen übertreffen mit den von ihnen verursachten Kosten jene für Tuberkulose und HIV/Aids zusammengenommen. Eine weitere Erkenntnis in dem Report: Während die Häufigkeit von Allergien zugenommen hat, reduzierte sich die Anzahl der Ärzte, die für die Diagnose und Behandlung von Allergien ausgebildet sind. Das führt dazu, dass die Erkrankungen bei vielen Patienten nicht diagnostiziert und nicht behandelt werden. Dabei geraten die bevölkerungsreichen Schwellenländer erst in den Bereich der Industriestaaten, wo die höchsten Allergie- und Asthmaraten registriert werden.

In Europa leiden rund 80 Millionen Menschen an Allergien. 30 Millionen Personen haben Asthma, sechs Millionen Patienten davon haben schweres Asthma. Nur ein Teil der Betroffenen ist ausreichend medizinisch betreut bzw. überwacht den Verlauf seiner Erkrankung und passt seine Medikation an den aktuellen Zustand an.

Problematisch ist aber auch zu langes Zuwarten. Man rechnet, dass etwa ein Drittel der Personen mit allergischer Rhinitis (“Heuschnupfen”) später auch an einem allergischen Asthma erkranken. Eine wirkungsvolle Therapie – speziell eine Immuntherapie (“Allergie-Impfung”) – kann hier diesen “Etagenwechsel” der Allergie von der Nase oder der Augenbindehaut in die Lunge verhindern.

“Der Status ist, dass wir in Österreich nun Werte haben, wonach 20 Prozent der Bevölkerung an einer inhalativen Allergie leiden. Jeder vierte Österreicher hat ein Allergieproblem. Zusammen mit den Nahrungsmittelintoleranzen hat eigentlich die Hälfte der Österreicher ein Problem mit der Umwelt oder mit Nahrungsmitteln”, sagte vergangenes Jahr Reinhart Jarisch, Dermatologe und Leiter eines Allergie-Ambulatoriums in Wien-Floridsdorf.

Das Problem laut dem Experten: “Vom Beginn der ersten allergischen Reaktion bis zur endgültigen Diagnose dauert es sechs bis neun Jahre.” In der Zwischenzeit aber kann sich die Situation für den Betroffenen bereits dramatisch verschlechtert haben. Norbert Vetter, Leiter der 2. Internen Lungenabteilung am Otto Wagner-Spital in Wien, erklärte dazu: “30 Prozent der Allergiker entwickeln Asthma. Die Behandlung einer Allergie kostet im Jahr 1.543 Euro, die Behandlung von Asthma hingegen 9.287 Euro.” Das ließe zu einem guten Teil durch eine adäquate Behandlung von Allergien verhindern.

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