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67-Jähriger macht Krebspatienten Mut: Mann radelt von Zürich nach Budapest

Der Amerikaner will Menschen ermutigen
Der Amerikaner will Menschen ermutigen ©dpa
Die USA hat er bereits mit dem Rad durchquert, jetzt steht Mitteleuropa auf dem Plan: Acht Jahre nach seiner erfolgreichen Krebstherapie radelt der amerikanische Myelompatient Andy Sninsky rund 1.600 Kilometer von Zürich nach Budapest.

Damit möchte der 67-Jährige anderen Krebspatienten Mut machen, erklärte er bei einem Zwischenstopp in Wien am Donnerstag.

“Mittlerweile habe ich acht Jahre überlebt”

2008 wurde Sninsky in Wien die Diagnose Multiples Myelom gestellt. Bei dieser eher seltenen Form des Krebses entarten Zellen, die eigentlich für die Bildung von Antikörpern zuständig sind, im Knochenmark zu Tumoren. Vor seiner Behandlung im Wilhelminenspital, wo er an einer Medikamentenstudie teilnahm, gingen seine Ärzte von einer Lebenserwartung von vier Jahren aus. “Mittlerweile habe ich acht Jahre überlebt”, erklärte der Amerikaner.

“Das Wichtigste ist, nicht aufzugeben”

“Ich bin nun zurück nach Wien gekommen, um meinem behandelnden Arzt Dr. Ludwig zu zeigen, dass er gute Arbeit geleistet hat”, sagte Sninsky. Betroffenen möchte er vor allem eines mit auf den Weg geben: “Das Wichtigste ist, nicht aufzugeben. Man denkt sich zuerst, dass die Diagnose das Ende der Welt bedeutet. Aber sie ist nur ein weiteres Abenteuer im Leben”, betonte er. “Und bezüglich meiner Radtour muss ich ehrlich sein: Als ich den Arlberg überqueren wollte, kam ich in ein Gewitter und ein Postmann nahm mich ein Stück in seinem Auto mit. Also radle in tatsächlich acht Kilometer weniger”, schmunzelte er.

In Österreich leben derzeit rund 1.900 Menschen mit der relativ seltenen Krebserkrankung. Rund 400 Personen erhalten laut Heinz Ludwig (Vorstand der 1. Medizinischen Abteilung – Zentrum für Onkologie und Hämatologie, Wilhelminenspital, Wien) hierzulande jährlich eine Diagnose. Weil die Krebszellen Eiweißstoffe in das Blut abgeben, kann die Krankheit meist mit einem einfach Bluttest nachgewiesen werden. Bei einem kleinen Teil der Patienten ist der Anteil an Eiweißstoffen im Blut allerdings so gering, dass ein Urintest oder spezieller Bluttest notwendig ist.

Krankheit wird zu spät erkannt

Das Multiple Myelom kann grundsätzlich gut behandelt werden. Im Regelfall geschieht dies mit Medikamenten, Chemotherapien und bei Patienten bis 65 Jahren auch mit der Transplantation eigener Knochenmarkzellen. Problematisch ist laut Ludwig aber, dass die Krankheit oft verkannt und zu spät behandelt wird. “Neben ständiger Müdigkeit, Schwäche und vermehrten Infektionen klagen Betroffene oft über wandelnde Schmerzen in der Wirbelsäule. Es kommt dann häufig zur Fehldiagnose Rückenschmerzen und bis die tatsächliche Krankheit erkannt und behandelt wird, vergeht wertvolle Zeit”, betonte er.

Für die Behandlung des multiplen Myeloms habe laut dem Experten aber ein “Innovationsschub” stattgefunden: Vier neue Medikamente (Carfilzomib, Panobinostat, Elotuzumab und Daratumumab) wurden bereits zugelassen. Ein fünftes Mittel (Ixazomib) wird möglicherweise im nächsten halben Jahr folgen.

Positiv denken

Patienten, die bereits in Behandlung sind, rät die selbst betroffene Elfriede Jirsa von der Myelom- und Lymphomhilfe Österreich, ihren Arzt sofort über etwaige Nebenwirkungen zu informieren. Beim Umgang mit der Krankheit sei außerdem eine gewisse Zuversicht wichtig. “Mein Motto lautet: Ich bin hauptberuflich gesund und gebe der Krankheit nur so viel Raum, wie sie von mir fordert.”

(APA)

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