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Fast 500 Tote durch Coronavirus

Zuletzt stieg die Zahl der Infektionen wieder schneller
Zuletzt stieg die Zahl der Infektionen wieder schneller ©APA (AFP/China OUT)
Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und der Toten durch das neuartige Coronavirus ist in China wieder schneller gestiegen als in den Tagen zuvor. Bis Mittwoch kletterte die Zahl der Patienten mit der neuen Lungenkrankheit innerhalb eines Tages um 3.887 auf 24.324, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Die Zahl der Toten legte um 65 auf 490 zu.
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Die neuen Toten waren alle in der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina zu beklagen. Die Gesundheitskommission zählt noch mehr als 23.000 Verdachtsfälle.

Kein bestätigter Fall in Österreich

Außerhalb von Festland-China gibt es in mehr als zwei Dutzend Ländern mehr als 230 weitere bestätigte Infektionen. In Hongkong und auf den Philippinen sind zwei Patienten gestorben. In Österreich haben sich mehrere Verdachtsfälle bisher nicht bestätigt.

In Japan wurden an Bord eines unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes zehn Infektionen nachgewiesen, wie das japanische Gesundheitsministerium bekannt gab. Zu den Nationalitäten der Betroffenen gab es zunächst keine Auskunft. Die Infizierten wurden in der Tokioter Nachbarprovinz Kanagawa, wo das Schiff vor Anker liegt, ins Krankenhaus gebracht. In Japan sind damit 33 Fälle bestätigt.

3.700 Passagiere

Die 3.700 Passagiere und Crew-Mitglieder sollten für weitere 14 Tage an Bord bleiben, sagte Gesundheitsminister Katsunobu Kato. Die Mehrheit der Testergebnisse stand nach seinen Angaben noch aus. Anlass für die Quarantäne war ein 80-Jähriger aus Hongkong, der am Samstag positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mann sei am 20. Jänner in Tokios Nachbarstadt Yokohama zugestiegen und fünf Tage später in Hongkong von Bord der "Diamond Princess" gegangen, hieß es.

Aus Angst vor dem Virus hat Großbritannien alle Landsleute in China zur Ausreise aufgerufen. "Wir raten britischen Staatsangehörigen, das Land zu verlassen, falls sie können, um ihr Infektionsrisiko zu minimieren", teilte Außenminister Dominic Raab in London mit. Sollten sich Briten in der Krisenregion von Hubei aufhalten und zurückkehren wollen, werde man rund um die Uhr daran arbeiten, das zu ermöglichen.

Reisewarnung

Österreich hat bereits vergangene Woche eine partielle Reisewarnung für die Krisenregion Hubei ausgesprochen. Für das restliche Land gilt ein hohes Sicherheitsrisiko mit Sicherheitsstufe 4.

Das Coronavirus kann nach Erkenntnissen deutscher Forschungsinstitute auch von Patienten mit nur sehr milden Krankheitssymptomen übertragen werden. Die Charité in Berlin, die München Klinik Schwabing und das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr teilten am Dienstagabend in einer gemeinsamen Erklärung mit, dass einige der derzeit in der Klinik Schwabing in München behandelten Patienten auch bei nur schwachen Symptomen ansteckende Viren in ihrem Nasen-Rachen-Raum zeigten.

Neue Hinweise für Übertragbarkeit

Zudem sei festgestellt worden, dass sich das Virus unabhängig von der Lunge auch im Nasen-Rachen-Raum und im Verdauungstrakt vermehrt. Diese Beobachtungen seien deutliche Hinweise für eine Übertragbarkeit bereits bei milder oder beginnender Erkältungssymptomatik wie zum Beispiel Halsschmerzen, einer Nasennebenhöhlen-Infektion oder nur einem leichten Krankheitsgefühl ohne Fieber.

Lieferketten unterbrochen

Die radikalen Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie haben in China zu einer drastischen Verlangsamung des öffentlichen Lebens geführt. Viele Fabriken und Büros sind vorerst weiter geschlossen. Manche Firmen wie Volkswagen in Peking lassen ihre Angestellten von zuhause aus arbeiten. Vielfach sind aber Lieferketten schon unterbrochen. Wie die Lufthansa oder die AUA haben viele Airlines ihre China-Flüge gestrichen. Die amerikanische Fluglinie United Airlines will nun auch ihre Flugverbindungen nach Hongkong vom 8. bis 20 Februar aussetzen, nachdem dort am Dienstag der erste Todesfall gemeldet worden war.

Die Auswirkungen auf das wirtschaftliche Leben sind enorm. So stellt der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike seine Aktionäre schon auf Geschäftseinbußen in China ein. Es sei mit "erheblichen Auswirkungen" zu rechnen, teilte der Konzern nach US-Börsenschluss mit. So habe Nike rund die Hälfte der eigenen Geschäfte in China geschlossen. In den übrigen Läden in China gälten zum Teil kürzere Öffnungszeiten. Außerdem kämen weniger Kunden. Anleger reagierten leicht nervös - die Aktie fiel nachbörslich um mehr als drei Prozent.

(APA/ag.)

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