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61. Song Contest: Zweites Halbfinale mit nackten Tatsachen

Die Ukrainerin Jamala gilt als eine der Favoritinnen
Die Ukrainerin Jamala gilt als eine der Favoritinnen
Dass sich Österreich mit Kandidatin Zoe und ihrer Nummer "Loin d'ici" für das Finale des Eurovision Song Contest 2016 qualifiziert hat, steht bereits seit Dienstag fest. Am Donnerstagabend wurde nun die zweite Tranche an Halbfinalisten ausgesiebt, die am Samstag (14. Mai) zur Finalshow antreten werden. Dabei setzten sich die Favoriten durch, die nackten Tatsachen hingegen nicht.


Mit der Ukrainerin Jamala, die in ihrer politischen Ballade “1944” die Vertreibung der Krimtataren beklagt, hat sich wie erwartet eine der Hochgehandelten der heurigen Ausgabe mit herausragender Stimme durchgesetzt. Als Partykracher und einer der Lieblinge in der Halle setzte sich die Bulgarin Poli Genova mit “If Love Was A Crime” ebenso gegen die Konkurrenz durch wie der exzentrische Hovi Star aus Israel, der mit guter Stimme und eher konventionellem Song (“Made Of Stars”) ein Ticket löste.

Wieder mit einer stimmlichen Wuchtbrumme erfolgreich war Serbien, wurde Sanja Vucic mit ihrer Nummer “Goodbye” über Gewalt an Frauen doch ebenso weitergewählt wie Australien, das bei seinem erst zweiten ESC-Antritt mit Dami Im erstmals durch die Qualifikation musste und diese mit der Powerballade “Sound Of Silence” im Celine-Dion-Stil mit Bravour bewältigte.

Mit rauchiger Stimme und einer extrem zurückgenommen Performance, deren Höhepunkt eine Lederjacke war, wurde Justs aus Lettland eine Runde weitergereicht, während sich Polens Vertreter Michal Szpak mit Schmachten, traurigen Augen und wunderschönen Haaren in die Endrunde hievte.

Eine erfreuliche Überraschung war das Finalticket für die Avantgarderocker Nika Kocharov and Young Georgian Lolitaz aus Georgien, die mit ihrer Progressiv-Nummer “Midnight Gold” überzeugten. Weniger Testosteron in der Stimme hatte Litauens Donny Montell, der mit seinem androgynen Organ und “I’ve Been Waiting For This Night” aber ebenso aufstieg. Und aus der Partyfraktion gelang der charmanten 19-jährigen Belgierin Laura Tesoro mit “What’s The Pressure” der Sprung ins Finale.

Leider wieder nicht reichte es hingegen für Weißrusslands Ivan, der zumindest auf der LED-Leinwand nackt mit einem Wolf posierte – war der ursprüngliche Plan, selbiges live auf der Bühne zu machen, doch von den ESC-Regeln gestoppt worden. Aus Solidarität zeigte sich auch gleich Moderator Mans Zelmerlöw nackt mit Stoffwolf vor dem Gemächt. Der Vorjahressieger lieferte mit seiner erfahrenen Conferencekollegin Petra erneut eine Glanzleistung als Gastgeber, warfen sich beide doch schon zur Eröffnungsnummer in ein ironisches TV-Ballett in Manier der Goldenen Zeit des Musicals.

Wieder einmal vorzeitig die Heimreise antreten muss auch die Schweiz, deren kanadisch-eidgenössische Vertreterin Rykka ebenso zu wenig Stimmen auf sich vereinen konnte wie das einstige Westlife-Mitglied Nicky Byrne aus Irland mit einer Stimme wie sie eben Boygroups in den 90ern hatten – und mit einem ebensolchen Song. Ebenfalls den Aufstieg verpasste die mazedonische Stimmwalze Kaliopi bei ihrem mittlerweile schon dritten ESC-Antritt. Auch die geografische Nachbarin Eneda Tarifa aus Albanien muss das wettbewerbliche Weite suchen.

Schluss war ebenso für Sloweniens ManuElla mit ihrem in der Basis countryangehauchten “Blue And Red”, und auch die drei dänischen Burschen der Band Lighthouse X müssen die nicht allzu lange Heimreise antreten. Und sehr weit nach Hause hat es schließlich auch die Norwegerin Agnete nicht.

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