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52 Personen in Sog des Vatikan-Skandals

Vatikan-Prälat Nunzio Scarano ist erneut mit der italienischen Justiz in Konflikt geraten.
Vatikan-Prälat Nunzio Scarano ist erneut mit der italienischen Justiz in Konflikt geraten. ©AP
Insgesamt 52 Personen sind in den Sog der Ermittlungen gegen den ranghohen Vatikan-Geistlichen Nunzio Scarano geraten, gegen den am Dienstag neue Geldwäsche-Vorwürfe erhoben wurden. Die italienische Steuerpolizei ermittelt wegen falscher Spenden in Millionenhöhe und eines neuen Geldwäsche-Verdachts gegen den früheren Rechnungsprüfer des Heiligen Stuhls. Ein neuer Haftbefehl wurde erlassen.

Die Ermittlungen laufen auch gegen einen römischen Priester, der unter Hausarrest gestellt wurde, und einen Notar. Zudem stellten die italienischen Behörden ein Rechtshilfeersuchen an den Vatikan, um Scaranos Konten bei der Vatikanbank IOR einzufrieren. Scaranos Vermögen im Wert von insgesamt 6,5 Millionen Euro wurde konfisziert. Sein Rechtsanwalt, Silverio Sica, behauptet, dass Scarano das Geld der befreundeten Unternehmerfamilie D´Amico verwalte.

Scarano unter Hausarrest

Scarano befindet sich zur Zeit in seiner Wohnung in seiner Heimatstadt Salerno unter Hausarrest. Der Prälat sei in einen depressiven Zustand gestürzt und bitte um die Behandlung durch einen Psychiater, sagte der Anwalt. Der Vatikan dementierte indes Medienberichte, nach denen die Vatikanbank IOR im Zuge der Ermittlungen durchsucht worden sei.

In Rom vor Gericht

Scarano war bereits Ende Juni von italienischen Behörden verhaftet worden, da er an einer versuchten illegalen Überführung von 20 Mio. Euro Bargeld in einem Privatjet aus der Schweiz nach Italien beteiligt gewesen sein soll. Er befindet sich seit 22. November unter Hausarrest. Seit dem 3. Dezember steht er in Rom vor Gericht.

Dokumente vollständig übergeben

Der Heilige Stuhl hatte zuletzt den Vorwurf einer mangelnden Kooperation mit den italienischen Justizbehörden zur Klärung des Falls zurückgewiesen. Der Vatikan habe allen Ersuchen um Rechts- und Amtshilfe der Justiz aus Rom wie aus Salerno und ohne Verzögerung entsprochen, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. Die entsprechenden Dokumente seien der italienischen Botschaft beim Heiligen Stuhl vollständig übergeben worden. Zuvor hatten italienische Medien berichtet, die Zusammenarbeit sei nur sehr schleppend und mit zeitlicher Verzögerung erfolgt, und manche Anfragen seien unbeantwortet geblieben. (APA)

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