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50 Jahre Diözese Feldkirch: Interview mit Bischof Benno Elbs

©VOL.AT
50 Jahre feiert die Diözese Feldkirch 2019. Das Jubiläum feierten 15.000 Besucher, gleichzeitig glauben mehr Vorarlberger an Karma als an die katholische Glaubenslehre. Was dies für die Kirche bedeutet, diskutierten wir mit Bischof Elbs.

Seit 1969 hat Vorarlberg seinen eigenen Bischof. Zuvor hatte Vorarlberg eine wechselvolle Geschichte: Bis 1816 war es auf die Bistümer Augsburg, Chur und Konstanz aufgeteilt, bis 1921 daraufhin dem Bistum Brixen im Südtirol zugeschlagen, bevor es bis zur Erhebung zum Bistum zur Apostolischen Administratur Innsbruck gehörte.

Das Fest am See

Zwischen Feierlichkeiten und Taufscheinkatholizismus

Das Jubiläum wurde heuer groß gefeiert: Stolze 15.000 Besucher erschienen Ende Mai zum “Fest am See”, an sich eine gute Bilanz für die Rolle der Kirche in Vorarlberg. “Dass so viele Menschen gekommen sind, war für uns ein starkes lebendiges Zeichen für das Christentum in Vorarlberg”, sagte der Bischof im Gespräch mit VOL.AT.

Zwischen Esoterik und Glaubenslehre

Doch gleichzeitig muss die römisch-katholische Kirche mit Veränderungen kämpfen: Wie eine Umfrage des Standards zeigt, glauben mehr Österreicher an Esoterik als an die Glaubenslehre der Kirche. An den allmächtigen Gott glauben 39 Prozent. An die Auferstehung Christi nur jeder Fünfte. An die Vergebung der Sünden nicht einmal jeder Dritte. Dem gegenüber glauben 72 Prozent an Karma, 29 Prozent an energetische Reinigungen. Und der esoterische Glauben sei im Westen stärker als wie im Osten Österreichs.

Religion als Ich-AG

Für Bischof Benno Elbs sind solche Umfragen relativ. “Glaube bedeutet eine Beziehung zu Gott zu haben. Eine Beziehung verändert sich laufend. Deshalb halte ich das eher für eine Momentaufnahme. Manchmal ist man voller Zweifel, manchmal ist man sich sicher”, so Elbs.

Es fehle an Glaubenswissen

Religion und Individualismus

“Jeder muss sich sein Leben selbst konstruieren, auch die Religion”, meinte Elbs im Gespräch mit VOL.AT. Trotzdem müsse man sich mit den Ansprüchen der christlichen Lehre auseinandersetzen. Er glaube jedoch nicht, dass jeder nur glaubt, was ihm Spaß macht. “Glaube hat mit einer Sehnsucht zu tun. Sehnsucht nach dem Sinn des Lebens oder dem Leben nach dem Tod.” Jeder Mensch müsse diese Fragen für sich beantworten. Aufgabe der Kirche sei es, den Weg vorzuschlagen nicht vorzugeben.

Die Rolle der Kirche in unserer Zeit

Die christlich-abendländische Gesellschaft und Werte

Hinzu kommt die zunehmende Rolle der christlich-abendländischen Kultur in der politischen Debatte Europas. Dass christliche Begriffe heutzutage gerne von politischen Parteien missbraucht werden, sieht der Bischof kritisch. “Wenn politische Parteien versuchen christliche Werte wie Solidarität und Gemeinwohl abzuschaffen, retten sie keineswegs die christliche Kultur.” Man müsse Politiker immer an ihren Werten messen, nicht an ihren Worten.

Christliche Werte in der Politik

Vor der Haltung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in der der Flüchtlingsfrage hat der Bischof großen Respekt. “Sie ging ihren eigenen Weg, obwohl sie wusste, dass diese Entscheidungen viele Stimmen kosten wird.” Dass niemand zurückbleibt, darauf soll man laut Elbs schauen, auch in der österreichischen Politik.

Deutungshoheit der Kirche

Freiheit als höchstes Gut

Einen Seitenhieb gibt es dennoch gegen die zunehmende Überwachung in den europäischen Ländern. Die Freiheit sei sowohl im Glauben wie in der Gesellschaft immer das höchste Gut, an dem sich jede andere Maßnahme messen lassen müsse, betont Elbs gegen Ende des Gesprächs.

Das gesamte Interview

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