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492 "Buderl" bestellt - Polens Präsident soll Alkoholiker sein

Ein Bericht des Senders Radio Zet entfacht erneut die Diskussion um den angeblichen Alkohol-Missbrauch des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski. Die Präsidentenkanzlei habe zwischen Februar und April insgesamt 492 kleine Flaschen ("Buderl") mit Wodka, Whisky und Cognac bezogen, so Radio Zet am Wochenende.

Auf den Bericht reagierte zuerst ein Abgeordneter der rechtsliberalen Regierungspartei Bürgerplattform (PO), Janusz Palikot. “Im Präsidentenpalast hat jemand Alkoholprobleme”, erklärte Palikot bei einer Pressekonferenz vor seinem Haus in Lublin. Der Abgeordnete forderte den Präsidenten auf, bis Mittwoch ein ärztliches Gutachten über seinen Gesundheitszustand vorzulegen. Ansonsten werde er den Parlamentspräsidenten bitten, die Amtsgeschäfte des Staatsoberhauptes zu übernehmen, so Palikot.

In der rechtskonservativen Oppositionspartei “Recht und Gerechtigkeit” (PiS), aus der Lech Kaczynski stammt, löste diese Pressekonferenz Empörung aus. “Palikot ist es, der untersucht werden muss, und zwar von einem Psychologen”, sagte der PiS-Abgeordnete Tomasz Dudzinski zur Zeitung “Gazeta Wyborcza”. Offenbar habe Palikot von Premier Donald Tusk die Aufgabe bekommen, “auf solche Weise” den Präsidenten und die PiS zu attackieren, so Dudzinski.

Der Stab von Lech Kaczynski begründete die Alkohol-Einkäufe damit, dass sie für das “Catering auf Flugzeugen” bestimmt seien. Aleksander Szczyglo, Leiter des Nationalen Sicherheitsbüros, das dem Präsidenten untersteht, nannte in einem Fernseh-Interview neben der Präsidenten-Maschine noch Flugzeuge vom Typ Jak-40 und Hubschrauber, die zur Präsidentenverwaltung gehören. In den Unterlagen, über die Radio Zet verfügt, wird aber der Verbrauch im Präsidentenpalast als Grund für den Einkauf der Spirituosen genannt.

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