Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

"3faltig": Skurril-blasphemische Komödie von Harald Sicheritz

Ein Jesus, der noch nie in der Kirche war, ein Pfarrer, der "das mit der Totenauferstehung" mal "googlen" muss und ein heiliger Geist, der Erzengel-Girlanden und Jesus-Drachenflieger verkauft: Der neue Film von Harald Sicheritz, "3faltig", lebt von seinen schrägen Charakteren.
Zum Trailer
In dem Streifen will der Heilige Geist in Menschengestalt die Apokalypse verhindern; eine Idee von Christian Tramitz (“Der Schuh des Manitu”), der auch gleich die Hauptrolle übernimmt. Während der deutsche Jungschauspieler Matthias Schweighöfer den naiven Jesus mimt, gesellen sich in der österreichisch-deutschen Koproduktion in üblicher Sicheritz-Manier auch heimische Größen wie Alfred Dorfer und Roland Düringer dazu. Am Donnerstag (21.10.) startet “3faltig” in den österreichischen Kinos.

“Das ist halt alles anders geworden als sich der Papa das vorgestellt hat”, sagt Christl (Matthias Schweighöfer), besser bekannt als Jesus. Der Papa, das ist Gott (Michael Schweighöfer). Und weil der enttäuscht von der Menschheit ist, beschließt er, die Apokalypse auszurufen. Sein Sohn reist auf die Erde, um dem Dritten im Gespann der Dreifaltigkeit, dem Heiligen Geist (Christian Tramitz), die Nachricht zu verkünden. Der wartet seit 2.000 Jahren in einem kleinen österreichischen Alpendorf als “Hage” in Menschengestalt auf die Rückkehr von Jesus Christus und ist wenig begeistert von dem bevorstehenden Weltuntergang, immerhin soll just an dem Tag sein Musical “Holy Spirit Megastar” Premiere feiern. Doch das von ihm verlangte “Veto-Recht” gibt es nicht – und er nimmt sich vor, Christl selbst vom Guten im Menschen zu überzeugen, damit der seinen Papa überstimmt.

Das Gute im Menschen zu zeigen gestaltet sich schwieriger als erwartet: Der dorfeigene Pfarrer Erdinger (Alfred Dorfer) sieht seine Kirche als Unternehmen, von Hage wird er mit Weihwasser-Konzentrat und Hostien mit Erdbeergeschmack beliefert. Der schmierige Nachtclubbesitzer Friedl (Roland Düringer) erweckt mit seiner Obsession für Folterwerkzeuge, die er mit Hages schräger Haushälterin Frau Holacek (Adele Neuhauser) teilt, auch keine Hoffnungen in Christl. Nur Gogo-Tänzerin Mona (Julia Hartmann) scheint hübsch und rein, doch die überfährt Christl am ersten Abend. Wie gut, dass der Täter der Sohn Gottes ist – immerhin hat der doch mal einen Toten auferweckt, “das steht irgendwo im Neuen Testament”, weiß Hage. Und während Hage und Christl die “Bibel-Anleitung zur Totenauferweckung” hernehmen, rückt der Weltuntergang immer näher.

Teilweise platt, aber im Grundtenor originell und komisch kommt sie daher, die Blasphemie des Films. So sorgt der eine oder andere Schlagabtausch für Lacher, vor allem, wenn das Gute im Menschen angezweifelt und Kirchen-Kult ins Lächerliche gezogen wird. Das Musical “Holy Spirit Megastar”, das mit billigen Lichteffekten und schaurig schlechter Musik (von Sicheritz persönlich getextet) gegen Ende des Films die Geschichte vom Heiligen Geist erzählt, der halbnackte Sklavinnen rettet, mag für manche der Höhepunkt an Skurrilität und für andere der Tiefpunkt des guten Geschmacks sein. Beides liegt oft nah beieinander, das beweisen vor allem die Charaktere des Films.

Düringer gibt den schmierigen Barbesitzer perfekt, wäre da nicht der grauenvolle Vorarlberger Dialekt, aus dem der Kabarettist regelmäßig hinausfällt. Besser zieht da Neuhauser den böhmischen Dialekt durch, die als überzeugte Christin mit Hang zu Folterritualen die überzeugendste Figur des Films ist. Tramitz und Schweighöfer stellen sich als perfekt besetztes Team heraus – den beleidigten Heiligen Geist kauft man Tramitz ebenso ab wie Schweighöfer den naiven Jüngling. Und Dorfer hat als geschäftsorientierter Pfarrer eindeutig zu wenig Szenen und die schwächsten Dialoge zugeschanzt bekommen. “3faltig” ist genau das, was man sich davon verspricht: seichtes Popcorn-Kino – nur entgegen dieser Erwartungen überraschend lustig.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Acom Service Kino
  • "3faltig": Skurril-blasphemische Komödie von Harald Sicheritz
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen