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35 Prozent Gehaltsverzicht

Die ersten EC-Feldkirch-Cracks zeigten nach dem Gespräch mit Präsident Walter Gau Solidarität: Vier Schlüsselspieler verzichten auf bis zu 35 Prozent ihres Gehaltes, um den Verein zu retten. Das Gesamtminus beträgt 200.000 Euro.

Über eine Stunde lang redete Präsident Walter Gau seiner Mannschaft nach dem Samstagstraining wegen der (zu hohen) Spielergehälter „ins Gewissen”. Offenbar mit Erfolg. Denn vier Schlüsselspieler, die Gau namentlich nicht nennen will, erklärten sich bereit, auf bis zu 35 Prozent ihrer Monatsgage zu verzichten. Unter ihnen soll sich auch Verteidiger Dominic Lavoie befinden. Der Präsident hofft, dass dies eine Signalwirkung für die restlichen Routiniers (die Jungspieler sind vom Gehaltsverzicht ausgenommen) sein wird, ebenfalls freiwillige finanzielle Abstriche in Kauf zu nehmen. Bis spätestens Dienstag müssen sich diese Spieler entschieden haben. Gau wird Einzelgespräche führen.

Vor versammelter Mannschaft legte der Präsident die Karten auf den Tisch. Weil die zahlenden Zuschauer ausblieben, hat der Verein nun ein Minus von 200.000 Euro am Hals. Insgesamt hatte man mit 270.000 Euro an Fangeldern kalkuliert (ohne Gastronomie-Einnahmen). Tatsächlich flossen aber nur 70.000 Euro in die Kasse. Der kalkulierte Besucherschnitt von 1300 zahlenden Zuschauern wurde bei keinem einzigen Spiel erreicht.

Um die finanzielle Kurve zu kratzen, will oder muss Gau für die restliche Saison 200.000 Euro auftreiben. Für den Präsidenten gibt es dafür drei Möglichkeiten:

  1. Zusatzsponsoren und private Gönner: Gespräche mit möglichen Geldgebern gab es bereits – und auch einige Zusagen. Hauptsächlich aus dem Freundes- und Bekanntenkreisdes Präsidenten.
  2. Reduzierung der Ausgaben: Das Budget für die ECF-Mannschaft beträgt insgesamt 1,2 Millionen Euro. Durch einen Gehaltsverzicht würden die Kosten runtergeschraubt.
  3. Einnahmensteigerung durch Zuschauer: Noch stehen acht Heimspiele an. Die Fans haben bereits Solidar-Aktionen (jeder nimmt eine zweite Person mit) angekündigt, um die Besucherzahl in der Vorarlberghalle entscheidend zu steigern. Walter Gau: „Wenn 3000 Zuschauer pro Heimspiel kommen, wäre das so wie ein weiterer Hauptsponsor für uns!”

Nützen alle Anstrengungen und Aktionen nichts, scheut Gau auch den Gang vor den Konkursrichter nicht. Von den Stadtvertetern und von der Eishockeyliga gab es bereits Absagen. Sie helfen Feldkirch nicht. Möglich wäre auch ein freiwilliger Abstieg in die Nationalliga. Sogar mit Gau als Präsident.

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