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300 Mio. Euro Schaden durch Tacho-Manipulationen

Abnützungserscheinungen geben Aufschluss
Abnützungserscheinungen geben Aufschluss
Der Kilometerstand von fünf bis zwölf Prozent der EU-weit verkauften Gebrauchtwagen soll manipuliert sein. Das ergab eine Schätzung der EU-Kommission. In Österreich beträgt der Gesamtschaden laut ÖAMTC durch Tacho-Betrug jährlich etwa 300 Millionen Euro. "Die Strafbestimmungen müssen verschärft werden", forderte der Club bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien.

Österreichweit werden laut Statistik Austria jährlich 800.000 Gebrauchtwagen zugelassen. “Eine der wichtigsten Bezugsgrößen für den Kaufpreis eines ‘Gebrauchten’ ist der Kilometerstand”, sagte Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessensvertretung. Gerade hier würden Käufer immer häufiger durch einen manipulierten Tacho betrogen. “Dreht man beispielsweise bei einem VW Golf den Kilometerstand von 65.000 auf 30.000 zurück, können bis zu 2.000 Euro mehr verlangt werden”, so Wiesinger.

Tacho-Manipulation mit einfachsten Mitteln

Während die Manipulation des Tachos früher noch mittels Bohrmaschine durchgeführt wurde, stellt sich diese Prozedur durch die Automobilelektronik heute leichter dar: Manipulationsgeräte müssen nur an die Diagnosebuchse angeschlossen werden, dann kann der Kilometerstand adjustiert werden. “Die Manipulation ist gar nicht kompliziert. Das geht ganz schnell und einfach mit einem noch dazu relativ billigen Gerät”, erklärte ÖAMTC-Cheftechniker Maximilian Lang. Im Internet können derartige Geräte um knapp 200 Euro erworben werden. Die Veränderung des Kilometerstandes ließe sich laut Lang zudem kaum feststellen. Lediglich ein vorhandenes Serviceheft über Überprüfungen in Jahresabständen oder sichtbare Abnützungen des Fahrzeuges könnten darüber Aufschluss geben, ob gewisse Kilometerstände bereits erreicht worden sind.

Justieren am Kilometerstand ist nicht verboten

Um dem Betrug mit gefälschten Kilometerständen vorzubeugen, fordert der ÖAMTC schärfere Gesetze. Momentan ist der Verkauf von Autos mit verfälschten Tachos zwar verboten, das Justieren am Kilometerstand selbst jedoch nicht. “Die Manipulation muss generell unter Strafe gestellt werden, egal ob eine Verkaufsabsicht besteht oder nicht”, so Wiesinger. Außerdem solle der Kilometerstand eines Fahrzeuges bei jedem Werkstattbesuch erfasst und in eine EU-weite Datenbank eingetragen werden. “Ich kann einen Gebrauchtwagen erwerben, der ursprünglich in Frankreich zugelassen war. Es muss mir deshalb auch möglich sein, zu überprüfen, ob sein Tacho verändert wurde”, meinte Wiesinger. Auch Autohersteller könnten Fahrzeuge vor Manipulation schützen, indem sie den bisher einfachen Zugriff auf den entsprechenden Mikrochip blockieren.

(APA)

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