30 Jahre Austromir: Österreichs Kosmonaut Franz Viehböck im Gespräch

©APA, VOL.AT/Mayer
Vor 30 Jahren flog der erste und bisher einzige Österreicher ins All. Franz Viehböck brach am 2. Oktober 1991 zur Mir auf.
Franz Viehböck in Hohenems
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Mit einer Sojus-Rakete startete Franz Viehböck vor rund 30 Jahren von Baikonur aus zur russischen Raumstation Mir. Bei seinem einwöchigen Aufenthalt führte er 15 wissenschaftliche Experimente durch, ehe er am 10. Oktober wieder auf der Erde landete.

Am Mittwoch war der "Austronaut" zu Gast in Hohenems. Beim "Lunch with the Austrian Kosmonaut" in der Otten Gravour erzählte er von seinen Erlebnissen bei der Weltraummission "Austromir", beantwortete Fragen und gab Autogramme. VOL.AT traf ihn dort zum Interview.

Viehböck bei seinem Vortrag in Hohenems. ©VOL.AT/Mayer

Chronologie der Mission

Juli 1987: Bei einem Besuch in Österreich macht der damalige sowjetische Ministerpräsident Nikolai Ryschkow dem Land das Angebot, sich an einem bemannten sowjetischen Raumprojekt samt Flug eines Österreichers zur Raumstation Mir zu beteiligen.

Am 5. April 1988 beschließt die österreichischen Bundesregierung den Flug eines Österreichers zur Mir. Ein paar Tage später erfolgt per Zeitungsinserat die "Ausschreibung für österreichische(n) Kosmonaut(in)". Von 220 Bewerbern, darunter 20 Frauen, entsprachen 198 den Ausschreibungsbedingungen.

Wahl fiel auf Viehböck

Im März 1989 rücken nach Vortests 30 Bewerber zum ersten harten Training in Österreich ein.

Am 6. Oktober 1989 fällt in Moskau die Entscheidung: Der Arzt Clemens Lothaller (geboren 8. Mai 1963) und der Techniker Franz Viehböck (geboren am 24. August 1960) werden dazu ausgewählt, die Kosmonautenausbildung im Sternenstädtchen zu machen.

Franz Viehböck nach der Landung am 10. Oktober 1991 in der Steppe von Kasachstan. ©APA/Wolfgang Wagner

Viehböck war in Favoritenrolle

7. August 1991: Die Kosmonautenteams stehen fest: Viehböck gilt als Favorit, Lothaller als Ersatzmann. Mit Viehböck sollen als Kommandant der Russe Alexander Wolkow und als dritter in der Sojus-Mission der Kasache Tachtar Aubakirow ins All fliegen.

30. September 1991: Die russische Raumfahrtkommission entscheidet, dass Franz Viehböck (30) ins All fliegen soll.

"Ich habe keine Angst"

1. Oktober 1991: "Ich habe keine Angst", sagt Viehböck bei einer Pressekonferenz in Baikonur am Tag vor dem Start.

2. Oktober 1991: Um 6.59 Uhr MEZ hebt die Rakete Sojus-TM 13 mit Franz Viehböck an Bord ab. Der Start geht problemlos vor sich. Achteinhalb Stunden danach bringt Viehböcks Frau Vesna im Krankenhaus Wiener Neustadt ein gesundes Mädchen - Carina Marie - zur Welt.

Umstieg mit Donauwalzer

4. Oktober 1991: Sojus-TM 13 dockt an der Raumstation Mir an. Viehböck steigt mit seinem Team unter den Klängen des Donauwalzers als Begrüßungsmelodie in die Raumstation um. 15 wissenschaftliche Experimente aus Österreich werden bis zum Ende der Mission durchgeführt.

10. Oktober 1991: Die Sojus-Landekapsel landet um 5.12 Uhr bei Arkalyk in Kasachstan, etwa 900 Kilometer von Baikonur entfernt. Viehböcks erste Worte nach der Landung: "Mir geht es gut - alles in Ordnung. Es war aber eine harte Landung. Wenn ich dafür nicht so viel trainiert hätte, wäre mir das Herz in die Hose gerutscht."

(VOL.AT/APA)

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