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3. Bregenzer Orchesterkonzert

Auch das dritte Orchesterkonzert der Bregenzer Festspiele, zugleich letzte der Wiener Symphoniker in diesem Sommer, wurde von den musikalischen Freunden Benjamin Britten und Dmitri Schostakowitsch geprägt.

Thomas Sanderling dirigierte ein Programm von großer Spannbreite: Vor der Pause überraschte er mit ungewohnten Facetten aus dem Britten-Oeuvre, im zweiten Teil legte der Schostakowitsch-Experte alle Energie in die Interpretation der „Zehnten“.

Am Beginn luden die Symphoniker zu prachtvoll-historisierenden Courtley Dances aus Brittens Oper „Gloriana“ (1953). Streicher und Bläser zelebrierten alternierend oder im Dialog diese Wiedergeburt musikalischer Renaissance. Farbig und intensiv geriet auch der von Britten 1940 für Streicher und (ursprünglich) Sopran vertonte Gedichtzyklus „Les Illuminations“ von Arthur Rimbaud. Die symphonischen Streicher schwelgten in Bildern von suggestiver Kraft, der britische Tenor Mark Padmore interpretierte das von irr- und surrealen Stimmungen geprägte Opus mit hinreißender Vokalkultur und wurde mit stürmischem Beifall gefeiert.

Vergleichsweise mit dickem Pinsel und breiter Spachtel malte Schostakowitsch seine viersätzige Symphonie Nr. 10, die 1953 in der damaligen Sowjetunion für massive Diskussionen sorgte; nicht zuletzt weil der Komponist in der „Zehnten“ kurz nach dessen Tod ein grelles Porträt des Diktators Stalin gezeichnet hatte. Thomas Sanderling wuchs als Sohn des berühmten Dirigenten Kurt Sanderling in Leningrad auf und hat seinerzeit über Wunsch des Komponisten die deutschen Erstaufführungen seiner 13. und 14. Symphonie erfolgreich geleitet. Mit Akribie und Umsicht leitete er die Symphoniker durch das monumentale Werk mit berührenden Soli für Streicher und Bläser.

Mit großem Schlussbeifall bedankte sich das Publikum im erneut nicht ausverkauften Festspielhaus bei Sanderling und den Wiener Symphonikern für den ungewöhnlichen Konzertabend. Bei aller Anerkennung für die Konsequenz, mit der Intendant David Pountney das diesjährige Konzertprogramm auf Britten und Schostakowitsch fokussiert hat, stellt sich die Frage, ob das Publikum bereit ist, fünf Mal Werke der beiden gleichen Komponisten zu hören, noch dazu wenn nicht immer ein klingender Dirigentenname lockt. Der erste Abend war ausverkauft, der junge Kirill Petrenko hat bisher als Dirigent auch am meisten überzeugt, Lothar Koenigs und Thomas Sanderling wirkten offenbar weniger publikums-magnetisch.

Die beiden ausstehenden Orchesterkonzerte sind Matineen: Das vierte Konzert gibt das Symphonieorchester Vorarlberg unter Chefdirigent Gerard Korsten am 12.8. (Schostakowitsch, Dünser, Britten) und abschließend gastiert am 19. 8. das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Stardirigent Mariss Jansons – ebenfalls mit Britten und Schostakowitsch.

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