2,3 Milliarden Menschen arm oder armutsgefährdet

Krisen-Ausbreitung erfordert Armutsbekämpfung
Krisen-Ausbreitung erfordert Armutsbekämpfung
Der Jahresbericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) 2014 weist aus, dass 2,3 Milliarden Menschen auf der Welt entweder in Armut leben oder armutsgefährdet sind. Der am Donnerstag vom japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe und UNDP-Direktorin Helen Clar präsentierte Bericht ruft zu einer generellen sozialen Grundversorgung auf.

Der Bericht über die “Reduktion der Anfälligkeit und dem Aufbau von Widerstandsfähigkeit” gegen Armut zeigt, dass 1,2 Milliarden Menschen von weniger als 1,25 Dollar (0,93 Euro) täglich leben müssen. Nach letzten Schätzungen weist der Armutsindex aus, dass schon 1,5 Milliarden Menschen in 91 Entwicklungsländern in Armut leben, verbunden mit fehlender Gesundheitsversorgung, und einem Mangel an Bildungs- und Lebensstandards. Obwohl die Armut überall zurückgehe, seien 800 Millionen Menschen vom Armutsrisiko betroffen.

Angesichts der Ausbreitung von Krisen überall in der Welt sei es wesentlich, nachhaltige Fortschritte gegen die Anfälligkeit durch Armut zu erreichen. Finanzkrisen, starke Schwankungen (Volatilität) bei Nahrungsmittelpreisen, Naturkatastrophen und kriegerische Auseinandersetzungen diesen Fortschrittsprozess behinderten.

Milleniumsziele nach 2015

Der Bericht betont, dass die Reduktion sowohl der Armut als auch des Armutsrisikos ein zentrales Ziel der Millenniumsziele nach 2015 sein müssten. Zu den strukturellen Bedrohungen für Armut zählten auch Diskriminierung. Betroffen seien vor allem Frauen, Migranten, Menschen mit Behinderungen oder Ältere. So fehlten für 80 Prozent der älteren Menschen in der Welt ein sozialer Schutz, wobei darüber hinaus eine große Zahl dieser Personengruppe zu den Armen und nicht mehr arbeitsfähigen Menschen zähle.

In dem UNDP-Bericht wird auch auf den Verletzlichkeitsgrad während des Lebens verwiesen. So gebe es Zeiten, wo Schocks größere Auswirkungen für die Betroffenen haben können. Dies sei in den ersten 1.000 Lebenstagen eines Menschen der Fall. Außerdem werden der Übergang von der Schule ins Arbeitsleben und später vom Arbeitsleben in die Pension angeführt.

Fehlende Bildung als Armutsrisiko

Zu den Auswirkungen fehlender Bildung als Armutsrisiko wird eine Untersuchung aus Ecuador angeführt. Dort habe sich gezeigt, dass Kinder aus armen Familien schon im Alter von sechs Jahren beträchtliche Nachteile beim Sprachschatz haben. In dem Bericht werden die Regierungen aufgerufen, sich neuerlich den Zielen der Vollbeschäftigung zu verpflichten. Dies bringe soziale Gewinne und Stabilität.

Die Mehrheit der Weltbevölkerung genieße heute keinen umfassenden Sozialschutz wie Pensionen oder Arbeitslosenversicherung. Die UNO-Studie verweist darauf, dass diese Maßnahmen auch von Ländern in allen Entwicklungsstufen erreichbar seien. Ein derartiger sozialer Grundschutz würde weniger als zwei Prozent der globalen Wirtschaftsleistung kosten.

(APA)

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