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200 Autodiebstähle in Wien geklärt: Festnahmen nach geglückter "Operation Schokoladentafel"

Unter dem Codenamen "Schokoladentafel" operierten die Autodiebe in Wien.
Unter dem Codenamen "Schokoladentafel" operierten die Autodiebe in Wien. ©APA/Polizei Wien
Großer Erfolg für die Exekutive: Ermittler des Landeskriminalamtes Wien haben gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Burgenland und polnischen Kollegen insgesamt 200 Autodiebstähle mit einer Schadenssumme von drei Millionen Euro geklärt. Die Aktion lief unter dem Namen "Operation Schokoladentafel". Laut den Ermittlern hat die Gruppe bis zu zehn Autos pro Woche gestohlen.
Diebstahlserie in Wien geklärt

Drei Männer wurden in Wien festgenommen, drei weitere in Polen. Vor rund einem Jahr begann in Wien die Diebstahlserie von Autos der Marken Toyota und Honda, so Georg Rabensteiner, Leiter des Landeskriminalamtes Außenstelle West am Dienstag. Die polnische Polizei ermittelte parallel dazu gegen eine Hehlergruppe, die Fahrzeuge zerlegte und weiterverkaufte, die offenbar ursprünglich aus Österreich stammten.

Autos in Wien gestohlen – mit “Schokoladentafeln”

Die Vorgehensweise der Täter: Sie fuhren mit dem Zug nach Wien, stahlen dort vorwiegend in den Außenbezirken Autos, versteckten sie meist in Sackgassen und veränderten sie wenige Tage später, so dass aus österreichischen Wagen polnische wurden, inklusive Kennzeichen, Zulassungsscheinen und Plaketten. Ihr Umrüstungs-Package mit diesen Utensilien bezeichneten sie als Schokoladetafeln, sagte Ermittler Friedrich Bahmer. Daher leitet sich auch der Name für die Operation ab. In Polen wurde sie gleichlautend “sczekolada” genannt.

Schließlich informierten die polnischen Beamten die heimische Kollegen darüber, dass die Gruppe Mitte April wieder nach Wien kommen werde, um dort gestohlene Kfz außer Landes zu bringen. Es folgten Überwachungsmaßnahmen in der Stadt. Am 19. April gegen 6.00 Uhr war es schließlich so weit: Für den 38-jährigen Haupttäter, einen 27 Jahre alten Mittäter und einen 28-Jährigen Übersteller der Autos klickten dann in Wien die Handschellen.

Autodiebe in Wien dingfest gemacht

Der 28-Jährige wurde in der Hosnedlgasse in der Donaustadt festgenommen, als er in einem bereits umgerüsteten Honda Civic Richtung Polen aufbrach. Für die beiden Komplizen klickten schließlich in der Shuttleworthstraße in Floridsdorf die Handschellen. Ein weiterer Übersteller wurde in einem gestohlenen Toyota Yaris in Polen festgenommen. Parallel dazu stürmten in Polen Beamte der Polizei Wolomin drei Lagerhallen und nahmen zwei weitere Verdächtige fest. Alle sechs Männer sind polnische Staatsbürger, so Andreas Kummer von der SOKO Kfz des Landeskriminalamtes Burgenland.

“Spezialisiert” waren die Diebe auf Autos der Baujahre 2005 bis 2009, da sie hier die Technik beherrschten, um die “verschiedenen Wegfahrsperren zu überwinden”, sagte Bahmer. Sie waren sehr gut ausgerüstet, “es ist nicht einfach, ein Auto von der Straße zu stehlen”, sagte Kummer. So bauten die Männer beispielsweise eigene Steuergeräte ein, um die Wagen fahren zu können.

Bei der Durchsuchung der Lagerhallen in Polen wurden gestohlene Autos sichergestellt, “einige leider nur in Einzelteilen”, sagte Bahmer. Diese wurden laut dem Ermittler auf polnischen Internetplattformen verkauft.

Bis zu zehn Autos pro Woche gestohlen

In Wien hatten die Diebe eine Wohnung in der Hasengasse in Favoriten gemietet. Dort bewahrten sie ihre Utensilien für die Diebstähle auf, aber auch andere Gegenstände aus den gestohlenen Autos auf.

Laut den Ermittlern hat die Gruppe bis zu zehn Autos pro Woche gestohlen und überstellt. Sie sind laut Bahmer größtenteils geständig, rund 80 Diebstähle haben sie bereits zugegeben. Aufgrund der sichergestellten Einzelteile, Dokumente und Werkzeuge rechnen die Beamten ihnen rund 200 Diebstähle zu.

Die Kriminalisten gehen davon aus, dass die Autodiebstähle in Wien nun zurückgehen werden.

(APA)

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