168 Tote nach Absturz von Passagierflugzeug im Iran

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Nach den beiden Airbus-Katastrophen im Juni sind beim dritten Absturz eines Passagierflugzeugs binnen sechs Wochen am Mittwoch im Nordwesten des Irans alle 168 Insassen ums Leben gekommen.
Flugzeug im Iran abgestürzt
Stichwort Tupolew
Flugzeugunglücke im Iran: Eine Chronologie
168 Tote bei Flugzeugabsturz

Das Flugzeug der iranischen Gesellschaft Caspian Airlines vom Typ Tupolew stürzte nur 16 Minuten nach dem Start in Teheran in der Provinz Kaswin ab. Augenzeugen zufolge fiel es plötzlich vom Himmel und explodierte.

Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder der Maschine seien tot, sagte ein leitender Mitarbeiter der Rettungskräfte nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens. An Bord befanden sich laut der iranischen Zivilluftfahrt 153 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder. Die Nachrichtenagentur Isna meldete, auch die iranische Jugendnationalmannschaft im Judo sei unter den Insassen gewesen.

Das Flugzeug war auf dem Weg von Teheran in die armenische Hauptstadt Eriwan. Der Absturz ereignete sich um 11.49 Uhr Ortszeit (9.19 Uhr MESZ) in der Nähe des Dorfs Dschanat-Abat, wie ein Sprecher der zivilen Luftfahrt mitteilte. Das staatliche Fernsehen zeigte einen riesigen Krater an der Stelle, an der die Maschine abgestürzt war. Schuhe, Kleider und Wrackteile lagen über den gesamten Unglücksort verstreut. Die Körper der Menschen an Bord seien “komplett verbrannt”, sagte Kaswins Polizeichef Massud Dschafari-Nassab.

Sein Stellvertreter Kachbas sagte, die Maschine habe plötzlich Feuer gefangen, bevor sie abgestürzt und explodiert sei. Auf der Suche nach einem geeigneten Landeort habe das Flugzeug noch einige Runden gedreht. Ein Augenzeuge sagte dem englischsprachigen Fernsehsender Press TV, das Flugzeug sei “plötzlich vom Himmel gefallen und explodiert”.

Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad sprach den Familien, dem iranischen Volk und Irans oberstem geistlichen Führer Ajatollah Ali Chamenei sein Beileid aus und kündigte eine rasche Untersuchung der Umstände des Unglücks an. Nach den Worten des Chefs der iranischen Luftfahrtbehörde, Ahmad Momeni, schien beim Kontakt zwischen den Piloten und dem Tower alles normal zu sein.

Auf dem Flughafen in Eriwan brachen Angehörige der Opfer in Tränen aus, als die Nachricht vom Absturz bekannt gegeben wurde. Im Namen der Bundesregierung brachte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg die Bestürzung über die “Tragödie” zum Ausdruck und erklärte, dass das Mitgefühl den Angehörigen gelte.

Der Absturz ist bereits das dritte schwere Flugzeugunglück innerhalb von sechs Wochen: Am 1. Juni stürzte ein Airbus des Typs A330 der Air France vor der brasilianischen Küste in den Atlantik, 228 Menschen starben. Am 30. Juni verunglückte ein Airbus A310 der jemenitischen Gesellschaft Yemenia kurz vor der Landung auf den Komoren. 152 Menschen kamen ums Leben.

Der Iran war in den vergangenen Jahren mehrfach Schauplatz schwerer Flugzeugunglücke. Im September 2006 starben 29 Menschen, als ein Flugzeug in der östlichen Stadt Maschhad von der Landebahn abkam und in Flammen aufging. Im November 2006 stürzte eine Militärmaschine nach dem Start am Flughafen Mehrabad in Teheran ab, alle 39 Insassen starben. Im Dezember 2005 kamen beim Absturz einer Maschine vom Typ Lockheed C-130 in ein Wohngebiet kurz nach dem Start in Teheran 108 Menschen ums Leben.

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