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14 Guantànamo-Häftlinge entlassen

In Saudi-Arabien sind am Sonntag 13 ehemalige Guantànamo-Häftlinge und ein im Lande lebender Ausländer eingetroffen.

In einer von der Nachrichtenagentur SPA zitierten Erklärung des saudiarabischen Innenministers Prinz Nayif Ibn Abdelaziz hieß es, die Verhandlungen der Regierung in Riad mit den USA hätten zu deren Abschiebung geführt. Die US-Behörden hatten erst in der vergangenen Woche die Leichen zweier saudiarabischer Häftlinge in ihre Heimat übergeführt. Die Männer sollen in dem US-Gefangenenlager auf Kuba Selbstmord verübt haben.

Seit Mai haben die saudiarabischen Sicherheitskräfte bei Razzien mehr als 40 mutmaßliche Terroristen festgenommen. Ein Sprecher des Innenministeriums teilte mit, die Suche nach „Abweichlern“ habe zur Aufdeckung verdächtiger Aktivitäten gegen die Gesellschaft geführt. Der saudiarabische Großmufti Scheich Abdelaziz Al-Scheich, die höchste geistliche Instanz des Wüstenkönigreichs, hatte am Samstag die „Aktivitäten der abweichlerischen Gruppe“ missbilligt.

Derzeit sind in dem Lager Guantànamo noch rund 450 Häftlinge aus mehr als 40 Nationen zum Teil seit mehr als viereinhalb Jahren ohne Anklage oder Zugang zu Anwälten interniert. Unter ihnen sind mehr als 100 Saudi-Araber. Washington verweigert den Häftlingen den Status als Kriegsgefangene und spricht von illegalen „feindlichen Kämpfern“. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte 2004 entschieden, dass die Gefangenen ihre Festnahme vor US-Gerichten anfechten können. An der unbefristeten Haft ohne Anklage und Prozess rüttelte der Gerichtshof allerdings nicht.

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