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125 Jahre Coca-Cola: Die Legende vom Zaubertrank

Vor 125 Jahren erfand der Apotheker John S. Pembertons die Rezeptur von Coca-Cola, angeblich wollte er ein Mittel gegen Kopfschmerzen und Müdigkeit herstellen.
Coca-Cola

Das Erbe John S. Pembertons ruht im Safe einer Bank in der US-Metropole Atlanta und wird gehütet wie ein Staatsgeheimnis. Vor 125 Jahren erfand der Apotheker die Rezeptur von CocaCola, angeblich wollte er ein Mittel gegen Kopfschmerzen und Müdigkeit herstellen. Die Heimlichtuerei um die Zutaten gehört zum Marketingkonzept für den Softdrink, der heute in mehr als 200 Ländern in Läden und Getränkeautomaten steht. Die Beratungsfirma Interbrand führt CocaCola seit Jahren an der Spitze der einhundert wertvollsten Marken der Welt – im vergangenen Jahr lag der Markenwert des Getränkeriesen Coca-Cola bei 70,45 Mrd. Dollar (47,6 Mrd. Euro).

Die Coca-Cola Saga

“Die CocaColaSaga wurde über die Jahre ehrfürchtig bewahrt und genährt”, schreibt Mark Pendergrast in seinem Buch “For God, Country and CocaCola“, das der Geschichte des Erfolgsgetränks nachgeht. Die offizielle Unternehmensversion verfügt laut Pendergrast über “alle Kennzeichen des klassischen amerikanischen Erfolgsmythos”. Der Brause-Pionier Pemberton werde dabei als armer, aber liebenswürdiger Südstaaten-Apotheker verklärt, der über ein wundersames neues Getränk stolpere – vom Tellerwäscher zum Millionär.

Dabei sei Pemberton gar kein kauziger Kräuterdoktor gewesen, der in seinem Hinterhof durch Zufall eine magische Mixtur zusammengebraut habe, schreibt Pendergrast. CocaCola sei ein typisches Produkt des “goldenen Zeitalters der Quacksalberei” gegen Ende des 19. Jahrhunderts gewesen, als in den USA Pharmazeuten an vielen Straßenecken ihre Patentarzneimittel feilboten. Die Menschen in der sich rasant entwickelnden Industriegesellschaft hätten gerne zugegriffen – um Krankheiten günstig zu behandeln, aber durchaus auch, um mit einem Rausch dem Fabrikalltag zu entfliehen. In seiner Ursprungsversion, notiert Pendergrast, habe CocaCola einen “ausgeprägten Kokain-Kick” gehabt.

Coca-Cola wird überall getrunken

Am 8. Mai 1886 soll Pemberton die Rezeptur entdeckt haben, den Namen CocaCola und den schwungvollen Schriftzug entwickelte aber sein Buchhalter Frank Robinson. Zunächst verschmähte die Kundschaft aber das Elixier, im ersten Jahr sollen im Schnitt nur neun Gläser pro Tag über die Ladentheke gegangen sein. Der Verkaufserfolg kam mit dem Unternehmer Asa Chandler, der 1888 die Rechte an der Mixtur erwarb, das Arzneimittel als Erfrischungsgetränk in Massenproduktion abfüllen ließ und kräftig die Werbetrommel rührte. Wenige Jahre später wurde CocaCola überall in den USA getrunken. In Europa wurde die Brause zuerst 1919 in Frankreich verkauft, 1929 kam sie nach Deutschland.

Heute ist CocaCola aus Getränkeregalen kaum wegzudenken. Daran haben auch Kritiker wie Michael F. Jacobson von der Lobbygruppe Center for Science in the Public Interest nichts ändern können, der Softdrinks wie CocaCola als “flüssige Süßigkeit” und “Gesundheitsdesaster” für Kinder sieht. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen weltweit mehr als 35 Mrd. Dollar um und fuhr einen Gewinn von fast 12 Mrd. Dollar ein.

Coca-Cola Company

Neben dem wirtschaftlichen Erfolg ist CocaCola aber vor allem ein kulturelles Phänomen. Überall auf der Welt sei das Getränk von einem einfachen Konsumgut zu einem “Objekt der Begierde” geworden, schreibt Constance L. Hays in ihrem Buch “The Real Thing: Truth and Power at the CocaCola Company”. “Unnachgiebige Werbung und cleveres Marketing” hätten aus diesem kohlensäurehaltigen Durstlöscher ein Symbol des amerikanischen Lebensstils gemacht.

Den 125. Geburtstag begeht CocaCola am Montag mit einer großen Feier an der Konzernzentrale in Atlanta, die im Internet übertragen wird. Das Originalrezept wird weiter unter Verschluss bleiben, auch wenn immer wieder Leute behaupten, das Geheimnis gelüftet zu haben. Die CocaColaFührung dementiert dann fleißig – und freut sich womöglich insgeheim darüber, dass die Unternehmenssaga unter großem Medieninteresse weitergesponnen wird. (APA)

 

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