12. August Lostag für Head

Kennelbach - 12. August 18 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Exakt bis zu diesem Termin laufen die, zuletzt wiederholt verlängerten, Fristen für den Umtausch einer Ende 2008 faktisch auf Schrott-Status abgewerteten 135 Mill. Euro-Anleihe in ein anderes, besichertes Papier zwischen dem Sportartikelhersteller Head einerseits und kreditgebenden Banken und Gläubigern andererseits.

Nicht weniger dringend benötigt Head bis dann auch einen neuen Betriebsmittelkredit von 10 Mill. Euro.

„Ohne Lösung für diese beiden Finanzierungsschienen müsste eine Art ,Plan B’ in Kraft treten: Das hieße Rationalisierungen, Investitionskürzungen, auch Vermögensverkäufe“, verlautete gestern aus dem Umfeld der Head- bzw. HTM-Zentrale. Und was bedeutete dies konkret für den Head-Standort Kennelbach? Dazu Robert Marte, Division Manager Tennis, heute auf unsere Anfrage: „Wir sind absolut zuversichtlich, dass sich die Verhandlungspartner einigen, haben also noch keinen Gedanken an einen ,Plan B’ verschwendet. Also bleibt’s vorerst auch beim wiederholt abgebildeten Fahrplan für die im Gang befindliche Kapazitätsverlagerung von Kennelbach ins tschechische Budweis, in deren Verlauf wir uns bis Herbst von ein paar Dutzend Mitarbeitern getrennt haben werden – heute stehen hier etwas mehr als 300 Beschäftigte auf der Lohnliste“, verdeutlichte Marte.

Schon seit Monaten versucht Head, die Gläubiger der mehr oder weniger zu Ramsch gewordenen 135 Mill. Euro-Anleihe zu einem Teilverzicht zu bewegen. Marte: „Als selbst nicht Involvierter weiß auch ich nur von dritter Seite, dass unsere Gespräche mit den Bond-Holdern, vor allem mit den Schlüsselgläubigern, sehr konstruktiv verlaufen. Ich gehe heute von deren Zustimmung zu unseren Vorschlägen aus“, verwies Marte auf einen zuletzt kolportierten Konsens über einen ca. 50-Prozent-Verzicht. Mit dem wichtigsten von diesen erwarteten Signal kann Head den Gläubigern derzeit aber nicht wirklich dienen: „Die wollen natürlich Gewinne sehen, nachdem die Ergebnisse 2007 und 2008 negativ waren. 2009 ist wegen der Krise aber keineswegs einfacher zu handhaben – wie gut uns das glückte, berichten wir am 21. August im Rahmen der Halbjahresbilanz“, so Marte.

Keine Angaben konnte der Tennis-Chef gestern dazu machen, wie sich die Liquiditätsmisere bei Head auf aufrechte Sponsorings (wie Paerson) oder angedachte Verträge (dem Vernehmen nach mit Lindsey Vonn) auswirken könnte. Für bestehende Partnerschaften gelte „business as usual“, zu neuen könne er nichts sagen, da auch Winter-Chef Klaus Hotter und Rennsportleiter Rainer Salzgeber urlaubsbedingt nicht erreichbar sind.

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