11. August: Ich bin in Rom angekommen!

Nach 1.664 Kilometern, über 380 Stunden Gehzeit und 28.790 Höhenmetern ist Pilger Peter Mayr in Rom angekommen und schreibt über die beeindruckenden Erlebnisse bei seiner Ankunft.

11. August 2014                                                 TAG 55

Strecke: La Giustiniana – Rom – Vatikan

Streckenlänge: 14,8 Kilometer                        Gehzeit: 3:27min

Aufstieg: 81 m                        Abstieg: 219 m

Gestern Abend gingen Antonia und ich noch fein essen. Wir zelebrierten unseren letzten gemeinsamen Pilgerabend. Wir aßen feine Shrimps und natürlich gute italienische Pasta. Dazu tranken wir einen guten Rotwein. Geschlafen habe ich danach wie ein Murmeltier, bis mich der Wecker heute um 04:15 Uhr aus dem Schlaf holte. Wir wollten heute noch früher starten, die letzten Kilometer nach Rom verlaufen an der Bundesstraße. Wenn man früh genug losläuft entgeht man dem größten Berufsverkehr. Wir kamen gut vorwärts obwohl wir uns leider kurz verliefen. Zum Glück bemerkte ich sehr rasch unseren Fehler, sodass unser Umweg nicht allzu groß war. Um 07:05 Uhr standen wir am Aussichtspunkt des „Park Riserva Naturale di Monte Mario“. Von hier aus hatten wir einen gigantischen Ausblick auf die ewige Stadt Rom. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich eine Gänsehaut bekam. Es war ein wunderbares Gefühl, nach dieser für mich doch langen Wanderschaft mein Ziel so nahe zu sehen. 1.664 Kilometer liegen hinter mir, 380 Stunden und 46 Minuten reine Gehzeit. 28.790 Höhenmeter habe ich von Schwarzenberg bis hierher zurückgelegt. Ich war einfach nur happy! Nach diesem wundervollen Ausblick zog es Antonia und mich runter in Richtung Petersdom. Um 08:19 Uhr standen wir beim Obelisken am Petersplatz. Antonia und ich freuten uns riesig, wir beglückwünschten uns gegenseitig. Was war das für eine tolle Reise! Ich hatte so viele schöne Erlebnisse. Und ich hatte großes Wetterglück – gerade an den markanten Punkten wie zum Beispiel am Großen Sankt Bernhard. Nur 2 Tage später hatte es hier ja geschneit.

Die Überschrift meines Blogs hieß ja: „Alle Wege führen nach Rom – meiner auch?“ Ich hatte dies bewusst mit einer Frage geschrieben. Für mich ist das Ankommen keine Selbstverständlichkeit. Es kann so viel passieren auf diesem Weg. Ich bin dankbar, dass ich jeden einzelnen Meter dieses wunderbaren Weges mit meinen Füßen machen konnte und gesund angekommen bin.
Nach einer Zeit des Innehaltens machten Antonia und ich ein paar Erinnerungsfotos. Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Schweizer Garde. Diese schickten uns zuerst zur Polizei die einen kleinen Sicherheitscheck, ähnlich wie am Flughafen, mit uns machte. Leider durften wir aber nicht gemeinsam in den Vatikan. Zuerst ging ich wieder zurück zur Schweizer Garde. Sie erklärten mir den Weg zum nächsten Sicherheitscheck. Dort angekommen schickte mich ein Vatikanpolizist in ein kleines Büro. Ich musste meinen Pass abgeben und bekam dafür einen Besucherausweis für den Vatikan ausgestellt. Anschließend erklärte mir der Vatikanpolizist meinen weiteren Weg. Ich marschierte durch zwei weitere Tore. So bekam ich den Petersdom durch ganz neue Perspektiven zu sehen. Hier kommt man als Tourist normalerweise nie hin. Der Vatikan hat sogar eine eigene Tankstelle, das hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst. Sogar eine Verkehrsampel gibt es hier. Im Office Technico durfte ich meinen Pilgerpass abgeben. Der sehr zuvorkommende Angestellte des Vatikans nahm diese mit und kam nach circa 10 Minuten mit meiner Pilgerurkunde zurück. Da diese Woche keine Papstaudienz stattfindet, bekam ich stattdessen eine kleine Sonderführung durch den Vatikan. Man muss als Pilger nur danach fragen. Der Höhepunkt dieser Führung war die Besichtigung der Grabstätte des heilig gesprochenen Papstes Johannes Paul II. Nach gut einer Stunde kam ich zurück zu Antonia. Sie und auch der Polizist, der den ersten Sicherheitscheck gemacht hatte, waren verwundert wo ich so lange war. Ich erklärte Antonia alle, damit auch sie in den Genuss dieser Sonderführung kam. Ich nutze die Zeit für ein paar Telefonate. Auf einmal winkte mich einer der Schweizer Gardisten zu sich. Er erkundigte sich, ob alles in Ordnung wäre und ob ich meine Urkunde erhalten hätte. Stolz zeigte ich sie ihm. Auch er hatte sich schon gewundert, weil ich so lange weg war. Normalerweise dauert es ungefähr 15 Minuten. Ich erzählte ihm, dass ich eine kleine Sonderführung bekommen hatte. Er sagte mir, dass wir da großes Glück gehabt hätten, da er vor 10 Minuten eine Anweisung bekommen habe, keine Pilger mehr vorzulassen. Die Pilger die jetzt ankommen, müssen in das Pilgerbüro gehen. Kurz darauf war auch Antonia, natürlich mit dieser Sonderführung, zurück. Sie machte noch ein Erinnerungsfoto von mir und den zwei netten Herren und anschließend gingen wir fein essen. In den nächsten Tagen steht für mich noch Kultururlaub auf dem Programm. Rom hat ja noch sehr viel zu bieten, und das möchte ich natürlich noch genießen.

Ich möchte mich bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ganz herzlich bedanken. Vielen Dank für die netten Kommentare, Wünsche und positiven Worte, die mich immer wieder motiviert haben. Ich hoffe es ist mir gelungen, Ihnen die Schönheit dieses Weges, aber auch die Schönheit des Pilgerns etwas näher zu bringen.
Und wenn gleich ich mich schon wieder auf weitere tolle Pilgerabenteuer freue; erst einmal freue ich mich auf Zuhause!

 

Antoniaundichsindhappy
Antoniaundichsindhappy

Antonia und ich sind happy.

derBesucherauweisfuermeinenBesuchimVatikanstaat
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Der Besucherausweis für meinen Besuch im Vatikan.

derersteAussblickaufdenPetersdom
derersteAussblickaufdenPetersdom

Der erste Ausblick auf den Petersdom.

dieVatikantankstelle
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Die Vatikantankstelle.

einfachnurgenial
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Einfach nur genial.

eingutesGefühl
eingutesGefühl

Ein gutes Gefühl.

imBuerodesVatikanangestellten
imBuerodesVatikanangestellten

Im Büro des Vatikanangestellten.

meineUrkunde,leiderhatmanmeinenNamenfalschgeschriebenwerdemorgennochmalshingehen
meineUrkunde,leiderhatmanmeinenNamenfalschgeschriebenwerdemorgennochmalshingehen

Meine Urkunde (leider ist mein Name falsch geschrieben, ich werde mir aber eine neue Urkunde ausstellen lassen).

mitderschweizergarde
mitderschweizergarde

Die Schweizer Garde.

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