11. - 13. Juli: Moskitos haben keine Chance

Peter Mayr lässt sich auf seinem Weg nach Rom auch nicht von Moskitos stören. Sein körperliches Befinden ist top und auch der Kopf spielt zu 100% mit.
Abstieg vom Grossen Sankt Bernhard

Nachtrag – Der Abstieg vom Grossen Sankt Bernhard

11. Juli 2014                                              TAG 24

Strecke: Roppolo – Cavaglià – Santhià – San Germano Vercellese – Vercelli                                

Streckenlänge: 44,7 Kilometer             Gehzeit: 9h57min

Aufstieg: 46 m                    Abstieg: 168 m

Mann oh Mann, war das ein Tag! Aber von vorne an: Unsere Herberge gestern war echt klasse. Renaldo, der Besitzer versorgte uns zuerst einmal mit echtem italienischen Kaffee und Gebäck. Heute in der Früh servierten er und seine Frau Mima uns ein bezauberndes Frühstück. Und das ganze um 05:00 Uhr – das ist absolut keine italienische Frühstückszeit. Die beiden verabschiedeten uns noch beim Gartentor, dann zogen Antonia und ich los. Nach Roppolo ging es noch einmal kurz bergauf, dann führte uns der Weg hinunter in Richtung Cavaglià. Hier strömte uns wieder frischer Brotduft in unsere Nasen, aber da wir bereits so gut gefrühstückt hatten, ließen wir dieses Mal die Bäckerei links liegen. Hinter Cavaglià erlebten wir einen herrlichen Sonnenaufgang. Der Weg führte uns vorbei an großen Maisfeldern und zum Teil schon gemähte Getreidefelder. Wir passierten eine Treibjagd, zu unserem Glück war es schon hell genug, um nicht verwechselt zu werden. ;-)
Die Landschaft veränderte sich weiter. Kurz vor Santhià kamen wir zu den ersten Reisfeldern. Reisanbau wird in dieser Gegend schon seit über 500 Jahren betrieben. Über 100 Reissorten werden hier angebaut. Die Felder sind bereits saftig grün, aber stehen natürlich immer noch im Wasser. Und da wo Wasser ist, sind auch viele Stechmücken. In Santhià machten wir unsere erste Pause, aber nicht nur um Kaffee und Wasser zu trinken. Ich kaufte mir in einer Apotheke Insektenspray und zwar einen für Erwachsene. Frisch eingesprüht zogen wir weiter in Richtung San Germano Vercellese. Hier hatte Renaldo uns gestern einen Herberge reserviert. Antonia und ich legten hier unseren nächsten Stopp ein. Da es erst 11:00 Uhr war, beschlossen wir, nach einer langen Pause die nächste Strecke über 20 Kilometer heute noch zu gehen. Ich stornierte die Herberge, und so zogen wir weiter. Wir kamen sehr gut voran, wir liefen die ganze Zeit den Reisfeldern entlang. Der Weg war aber nicht geradlinig, sondern zumeist in U-Form. Wir machten immer wieder viele Meter in die falsche Richtung, was nicht unbedingt immer motivierend war. Die Mücken waren sehr lästig, es surrte ständig um uns herum. In einem kleinen Dorf namens Montonero machten wir an der Kirche eine weitere Pause. Leider war diese verschlossen, drinnen wäre es sicherlich herrlich kühl gewesen. Als wir dann das Dorf verließen, kamen wir an einer schattigen Bar vorbei. Leider war diese in unserem Pilgerführer nicht vermerkt. Wir ärgerten uns kurz, und marschierten weiter. Müde, aber glücklich diese lange Etappe geschafft zu haben, erreichten wir gegen 17:30 Uhr unser Quartier. Morgen werden wir wieder früh los marschieren, es soll weiter sonnig bleiben. Es ist doch angenehm, 2-3 Stunden bei angenehmen Temperaturen zu laufen.

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Die Burg von Cavaglià.
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Erste Reisfelder.
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In Vercelli.

 

12. Juli 2014                                              TAG 25

Strecke: Vercelli – Robbio – Mortara                              

 Streckenlänge: 33,4 Kilometer             Gehzeit: 6h57min

Aufstieg: 7 m                      Abstieg: 6 m

Heute hatten wir wieder einmal Wetterglück. Wir machten uns um 05:28 Uhr nach einem Frühstück auf die Socken. Es war stark bewölkt. Ein paar Regentropfen spürten wir und aus der Richtung San Germano kam es pechschwarz. Wir waren froh, gestern schon so weit gegangen zu sein. Der Weg von heute ähnelte dem gestrigen sehr. Es ging wiederum entlang zahlreicher Mais- und Reisfelder. Kurz hinter Vercelli erlebten wir wieder einen tollen Sonnenaufgang. Kurz danach begann das Quakkonzert der Frösche. Kaum waren diese verstummt, begann die Stechorgie der Stechmücken. Und die waren wirklich sehr penetrant. Antonia und ich waren sehr gut mit Spray eingesprüht, aber es half nichts. Auf Antonias Schirmmütze zählte ich einmal 16 Moskitos. Schön zu bewundern war wiederum die Vogelwelt. Es leben hier viele verschiedene Vogelarten. Aufgrund des flachen Geländes kamen Antonia und ich sehr gut vorwärts. Auch das Wetter verhalf uns zu schnellerem Gehen. Die Sonne war zumeist durch die Wolken verdeckt, wenn gleich es sehr schwül war. Deshalb machten wir erst nach rund 20 Kilometern in Robbio unsere erste Pause. Wir genossen das frische Gebäck und den italienischen Kaffee in einer örtlichen Cafeteria.
Auf dem weiteren Weg nach Mortara passierte uns leider ein Fehler. Wir mussten irgendwo einen Wegweiser übersehen haben, oder es war schlichtweg keiner vorhanden. So machten wir einen Umweg von gut 2,5 Kilometern. Trotz allem erreichten wir unser Etappenziel Mortara bereits gegen 13:45 Uhr. Wir checkten in unserer Herberge ein und gingen sofort ein Mittagsmenü essen. Am Nachmittag steht Faulenzen am Programm, und für mich ganz wichtig: Telefonieren mit Bruni!

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Perfekte Morgenstimmung – Teil 1.
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Perfekte Morgenstimmung – Teil 2.
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Birdlife.
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Schöne Wegweiser.

 

13. Juli 2014                                              TAG 26

Strecke: Mortara – Tromello – Santa Bozzolo – Gropello Cairoli                                

Streckenlänge: 33,1 Kilometer             Gehzeit: 6h21min

Aufstieg: 9 m                      Abstieg: 9 m

Und wieder haben wir einen „flachen Tag“ in der Poebene hinter uns. Gestern besichtigten wir noch unser Dorf Mortara. Ganz ehrlich, es war schnell besichtigt. Die Kirche im Ort war aber absolut sehenswert. Heute begannen wir unsere Etappe um 05:21 Uhr nach einem stärkenden Espresso in der örtlichen Bar. Der Weg hinaus aus dem Dorf war sehr gut beschildert. Als wir das Kloster Abazzia Saint Albino erreichten, waren die Markierungen aber verwirrend. In jede Himmelsrichtung zeigte eine Markierung. Zu unserem Glück fanden wir aber recht geschwind auf den richtigen Weg. Der Weg führte uns auch heute immer wieder an Mais- und Reisfeldern vorbei. Einmal sagte ich zu Antonia, ich glaube hier sind wir heute schon einmal gelaufen: Die Via Francigena ist hier sehr eintönig. Angenehm ist es aber, in den Morgenstunden zu gehen. Es ist zwar dunstig, trotzdem ist es noch angenehm kühl. Auch heute erlebten wir wieder einen schönen Sonnenaufgang. Wir haben wirklich sehr großes Wetterglück. Gestern erhielt ich, was mich sehr freute, eine Nachricht von Karin, die ich in Roche (Schweiz) kennen gelernt hatte. Karin, Rita und Beate waren ein paar Tage später am Großen Sankt Bernhard. Ich hatte wunderbares Wetter, die Drei hatten Schnee!!! Sie wollten ursprünglich bis Aosta gehen, mussten aber hier ihre Reise beenden. Karin, Rita und Beate werden nächstes Jahr ihre Pilgerreise von hier fortsetzen. In Tromello angekommen, machten Antonia und ich unsere erste Pause. Wir genossen es, im Freien zu sitzen und unsere Schuhe und Socken auszuziehen. Ist natürlich nicht jedermanns Sache. Ganz ehrlich, ein kleines Mädchen am Nebentisch, hielt sich einmal kurz die Nase zu. Pilgeralltag!  :-) Für uns, beziehungsweise für unsere Füße ist es aber wichtig, alle 2 Stunden eine Pause zu machen. Und das bedeutet Frischluft für uns, nicht unbedingt für die Anderen! Anschließend ging es weiter in den Ort Santa Bozzolo. Bemerkenswert an Santa Bozzolo ist die Wallfahrtskirche Madonna delle Bozzolo. Hier kam ich mit drei Italienern ins Gespräch. Sie erkundigten sich über die Via Francigena und über meine Erfahrungen. Sie fragten mich auch, ob ich schon mal nach Santiago gepilgert bin. Sie wünschten mir noch ein Buen Camino! Antonia und ich holten uns noch im Pilgerbüro unseren Stempel, dann machten wir eine kurze Rast im Kirchencafé. Wir wurden auf ein kühles Getränk eingeladen und unser Pilgerausweis wurde bewundert. „Nach Rom! Von Österreich aus? Ich bekam anerkennende Zusprüche. Step by Step war meine Antwort, wir alle können das! Die letzten 10-15 Kilometer sind immer die härtesten. Die Temperatur steigt, der Schweiß rinnt stärker, die Mücken haben Hunger. Trotz all dem kamen Antonia und ich gut vorwärts, und so erreichten wir schon gegen 13:00 Uhr unseren Zielort Gropello Cairoli. Heute genießen wir einen besonderen Service. Man fragte uns nach unserer Dreckwäsche – Im Preis ist ein Wäscheservice inklusive. Morgen haben die Stechmücken keine Chance!

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Sonnenaufgang.
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Eine verdiente Pause.
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Ein Dorf, zwei Kirchen.
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Santa Bozollo.
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Alles dabei.

 

 

 

 

 

 

 

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