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11.000 Mitarbeiter im Streik

Einen Tag nach der Urabstimmung haben die Mitarbeiter der Deutschen Telekom am Freitag massive Streiks begonnen. Bundesweit sind 11.000 Mitarbeiter an der Arbeitsniederlegung beteiligt.

Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich bundesweit 11.000 Mitarbeiter an der Arbeitsniederlegung. „Der Arbeitskampf ist planmäßig angelaufen“, sagte der Streikleiter von ver.di, Ado Wilhelm, auf Anfrage. Durch die Proteste werde es auf jeden Fall zu Verzögerungen im Betriebsablauf kommen.

So soll etwa die Annahme und Bearbeitung von neuen Aufträgen sowie die Entstörung behindert werden. Der Protest richtet sich gegen die geplante Auslagerung von rund 50©000 Beschäftigte in neue Gesellschaften unter dem Namen T-Service, die mit längeren Arbeitszeiten und niedrigerer Bezahlung einher gehen soll.

Ein Sprecher der Telekom sagte, es sei zu früh, um etwas über mögliche Auswirkungen der Proteste zu sagen. Der Bonner Konzern sieht sich für die Streiks gerüstet und hat ein Kontrollzentrum eingerichtet, um flexibel reagieren zu können. Größere Auswirkungen durch die Streiks erwartet Telekom-Vorstand Karl-Gerhard Eick nicht. Die Beeinträchtigung für die Kunden sollten damit so gering wie möglich gehalten werden, sagte er der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. „Wir hoffen auf Verständnis bei den Kunden.“

Der Streik bei der Deutschen Telekom könnte nach Einschätzung von Eick Monate dauern. „So lange hoffe ich nicht, dass der Streik dauert. Ausschließen kann man es aber nicht“, sagte Eick am Freitag im Bayerischen Rundfunk. Eine Grundlage für weitere Gespräche mit der Gewerkschaft ver.di sieht Eick nicht. Es sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht richtig, sich über Kompromisse Gedanken zu machen, sagte er. Die Telekom warte erst einmal ab, wie die Streiksituation sich entwickle. Eick hatte als kommissarischer Personalvorstand die Gespräche mit ver.di über die geplante Auslagerung von 50.000 Beschäftigten in Service-Gesellschaften geführt.

Mehrere deutsche Bundespolitiker haben die ersten Streiks in der Unternehmensgeschichte der Deutschen Telekom kritisiert. „Der Konzern steckt in großen Schwierigkeiten. In so einer Situation ist ein Arbeitskampf keine Hilfe“, sagte der SPD-Wirtschaftsexperte Rainer Wend der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“ vom Freitag. Die Unternehmensführung könne jedoch nicht erwarten, dass ihre Pläne „einfach so geschluckt“ würden.

FDP-Fraktionsvize Rainer Brüderle sprach von einem „gefährlichen Spiel“ der Gewerkschaft ver.di, dem die Bundesregierung nicht tatenlos zusehen dürfe. „Statt konstruktiv gemeinsam mit der Unternehmensführung nach einer Lösung zu suchen, stürzt sich ver.di wieder in den Fundamentalismus“, sagte Brüderle der „Berliner Zeitung“.

Der CSU-Arbeitsmarktexperte Max Straubinger vertrat in der „Passauer Neuen Presse“ die Ansicht: „Der Streik ist der falsche Weg. Er wird die Probleme im Konzern möglicherweise noch verschärfen.“

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