Wurz erwartet keine Revolutionen

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Alexander Wurz und Doppelweltmeister Sebastian Vettel. Alexander Wurz und Doppelweltmeister Sebastian Vettel. - © APA
Revolutionen sind nicht zu erwarten. Das Kräfteverhältnis in der Formel 1 habe sich nicht grundlegend verändert, versicherte Experte Alexander Wurz vor dem Saisonstart am 18. März in Melbourne.

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"Ich sehe noch immer eine klare Vormachtstellung bei Red Bull", erklärte der Ex-Pilot im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Titelverteidiger Sebastian Vettel ist daher auch sein logischer Weltmeister-Tipp.

Vettel hat den dritten Titel in Serie im Visier. "Er hat das beste Auto", meinte Wurz. "Sein Fahrstil passt perfekt auf den Pirelli-Reifen. Wenn er so fokussiert und locker bleibt, wird er nicht zu halten sein." Als größten Herausforderer für die Bullen hat der 38-jährige Niederösterreicher McLaren ausgemacht. "Dahinter kommen etwa auf Augenhöhe Mercedes und Ferrari", vermutete Wurz. "Nur Lotus kann ich nicht wirklich beurteilen."

Lotus für Wurz eine Unbekannte

Das Team um Rückkehrer Kimi Räikkönen hatte bei den Testfahrten vor Saisonbeginn mit einer Bestzeit nach der anderen aufgezeigt. "Die Rundenzeiten kann man aber in der Pfeife rauchen", erinnerte Wurz. Die Reifenmischungen würden bis zu zwei, die Spritmengen bis zu fünf Sekunden Unterschied je Runde ausmachen. Die Karten werden erst in Australien auf den Tisch gelegt. Ab dann ist reagieren schwierig.

"Es gibt eine konservative Auslegung des Reglements, die Teams sind dadurch sehr eingeengt", sagte Wurz. "Innovationen gibt es nur in den Details. Der Entwicklungsspeed wird nicht so eklatant sein wie in den letzten Jahren." Einen frühen Rückstand, wie in etwa Ferrari zuletzt angedeutet hat, kann also niemand brauchen. Zumal auch bahnbrechende Ideen ob des engen Reglements, das kaum Schlupflöcher bietet, unwahrscheinlich sind.

"Abgrundhässliche" Nasen machen wenig aus

"Im Vorjahr war der geblasene Unterboden der größte Unterschied, der fällt jetzt weg", erinnerte Wurz. "Dadurch hat sich alles zusammengeschoben." Die neuen, "abgrundhässlichen" Nasen wollte der 69-fache GP-Starter in technischer Hinsicht nicht überbewerten: "In den Medien ist es mehr, als es unter dem Strich wirklich ist. Die Nasen sind nicht der Stein der Weisen. Die Aerodynamik spielt sich unter dem Auto ab. Oben ist es fast egal."

Für Red Bull gehe es darum, den Vorsprung über einen längeren Zeitraum zu bewahren. "Dafür ist es wichtig, die interne Struktur zu erhalten", meinte Wurz. Zwar haben die meisten Schlüsselkräfte beim österreichisch-englischen Weltmeisterteam längerfristige Verträge. "Gute Ingenieure haben aber selbst Ziele, sie wollen aufsteigen", betonte Wurz. "Sie dürfen kein Sättigungsgefühl bekommen." Sonst drohe der Abgang zur Konkurrenz.

Formel 1 als Spiegelbild der Gesellschaft

Zweimal in Folge hat Red Bull neben dem Fahrer- auch den Konstrukteurs-WM-Titel geholt - und dafür auch das meiste Preisgeld, jeweils mehr als 80 Millionen Euro, lukriert. "Die guten Teams werden sich immer oben halten", versicherte Wurz. "Dorthin zu kommen, ist schwierig. Das ist kein Problem der Formel 1, sondern ein Spiegelbild der Gesellschaft. Die Mittelschicht stirbt aus."

Wurz bleibt dem ORF erhalten

Wurz ist ab sofort selbst für ein Mittelklasseteam tätig. Bei Williams fungiert der Österreicher als Coach und Berater der Fahrer Bruno Senna und Pastor Maldonado. Mit Platz neun in der Konstrukteurs-WM hat der Traditionsrennstall im Vorjahr so schlecht abgeschnitten wie noch nie. "Die Stoppuhr lügt nicht. Das Team ist im Umbruch", gestand Wurz. "Ich bin aber nicht ins Tagesgeschäft involviert, sondern arbeite als Consulter."

In dieser Rolle ist es dem früheren Williams-Piloten weiterhin möglich, Qualifyings und Rennen für den TV-Sender ORF zu analysieren. An 15 der 20 Rennwochenenden wird Wurz vor Ort sein. "Das ist mit Toyota so abgesprochen", betonte Wurz. Hauptberuflich ist der Niederösterreicher nämlich Werksfahrer der Japaner in der Langstrecken-WM. Großes Ziel sind die 24 Stunden von Le Mans im Juni mit einem Hybrid-Prototypen.

(APA)

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