30. August 2011 08:11; Akt.: 30.08.2011 08:11

Vorarlberger kämpft ums Überleben für Hunderttausende

In Dörfern wird direkt mit Betroffenen gesprochen, um ein klares Bild zu bekommen. In Dörfern wird direkt mit Betroffenen gesprochen, um ein klares Bild zu bekommen. - © RKVbg
Landesrettungskommandant Werner Meisinger kämpft mit der Bevölkerung für sauberes Trinkwasser – und damit ums Überleben der Menschen. Mit den Hilfsmaßnahmen seines Teams wurden ca. 750.000 Menschen erreicht in einem Gebiet, welches flächenmäßig größer ist als Österreich.

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Über 60% des Viehbestandes ist verendet. Der Viehbestand stellt die Lebensgrundlage dar. Ackerbau gehört ebenfalls dazu. Von Äckern ist aber nichts mehr zu sehen. Es ist alles trocken, ausgedörrt und staubig. Großteils muss die Bevölkerung mit weniger als einem Liter Wasser pro Tag und Person auskommen – unvorstellbar. Dafür müssen oft Strecken von über 25 Kilometer bis zum nächsten Wasserloch zurückgelegt werden. Und dann ist nicht klar, ob da noch Wasser vorhanden ist. Der Weg dorthin ist oft gesäumt von vielen Tierkadavern und Aasgeiern.Mittelfristig ist die Bohrung von Brunnen und die Fassung von Quellen unumgänglich.

Zeichen für Regen stehen schlecht 

Hier wartet nun alles auf die nächste Regenperiode. Diese sollte Mitte September beginnen. Sollte sie ausbleiben, kommt es von der Katastrophe zur Mega-Katastrophe. Die Anzeichen für Regen stehen schlecht.

Nicht in alle Gebiete ist der direkte Transport von sauberem Trinkwasser möglich, da die Straßenverhältnisse äußerst schlecht sind. So benötigt man für eine Strecke von 24 km mehr als 90 Minuten. Hier müssen zuerst Wege oder Straßen angelegt werden, um überhaupt helfen zu können.

Auf unasphaltierten Straßen wurden Meisinger und sein Team durchgeschüttelt. Ihre Tour führte sie von der Grenze Kenias an die Grenzen zu Somalia, tief in das Herz der Dürre. Er erlebte in den vergangenen Tagen in einem Gebiet zwischen 500 und über 4.100 Höhenmeter alles zwischen tropischer Hitze und eisiger Kälte. Die Rückkehr von Meisinger ist für Dienstag geplant.

Rotes Kreuz kämpft mit schwierigen Bedingungen

Das Rote Kreuz hat in allen betroffenen Ländern, trotz schwieriger Bedingungen und Sicherheitslagen, Zugang zu den Bedürftigen. Die Hilfsaktionen des Roten Kreuzes laufen in Somalia, Äthiopien und Kenia auf Hochtouren und wurden in den letzten Wochen massiv erweitert. Die Hilfe konzentriert sich einerseits auf Soforthilfemaßnahmen wie die Verteilung von Lebensmitteln und Trinkwasser, andererseits wird der betroffenen Bevölkerung auch geholfen, nachhaltig Selbsthilfekapazitäten aufzubauen, um zukünftig solche Katastrophen zu verhindern bzw. deren Auswirkungen zu reduzieren.


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