Vorarlberger Lehrergewerkschaft: Autonomie bedeutet nicht automatisch besseren Unterricht

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Gerhard Unterkofler hat sich zum Autonomiepaket im Zuge der Bildungsreform geäußert.
Gerhard Unterkofler hat sich zum Autonomiepaket im Zuge der Bildungsreform geäußert. - © VN; Stiplovsek; Montage: VOL.AT
Gerhard Unterkofler, Vorsitzender der Vorarlberger Pflichtschullehrergewerkschaft, hat das am Dienstag vorgestellte “Autonomiepaket” im Zuge der Bildungsreform mit gemischten Gefühlen aufgenommen.

Mehr Schulautonomie höre sich zunächst gut an, jedoch hätte er sich eine “bedarfsgerechte Ressourcenzuteilung” gewünscht, äußert Unterkofler in einer Aussendung. “Laut der jetzt vorgestellten Bildungsreform wird es jedoch keine zusätzlichen Mittel geben. Dies ist besonders für Brennpunktschulen ein großes Problem”, sagt der Vorarlberger Vorsitzende der Pflichtschullehrergewerkschaft. Nur mit mehr Demokratie, Transparenz und ausreichenden Ressourcen sei die Schulautonomie zu befürworten.

Unterkofler: Autonomie heißt nicht automatisch besserer Unterricht

“Grundsätzlich zeigen uns die Ergebnisse der Hattie-Studie, dass Autonomie nicht automatisch eine Verbesserung der Qualität des Unterrichts bedeutet”, gibt Unterkofler zu bedenken. Die Hattie-Studie von einem gleichnamigen neuseeländischen Bildungsforscher hatte den Einfluss von unterschiedlichsten Faktoren auf den Lernerfolg von Schülern untersucht. Hatties Fazit war, dass in aller erster Linie der Lehrer für einen erfolgreichen Unterricht entscheidend ist. Andere Einflussfaktoren seien dagegen eher zweitrangig.

Positiv sieht Unterkofler allerdings, dass den Schulen eine größere personelle Autonomie zugesprochen werden soll. “Was die personelle Autonomie betrifft, scheint Frau Hammerschmid die gewerkschaftliche Kritik an den Anfangsplänen ernst genommen zu haben”, freut sich Unterkofler. Wie nun in der Bildungsreform vorgesehen, liege die letzte Verantwortung bei der Personaleinstellung bei den Landesschulbehörden, was Unterkofler befürwortet.

Cluster für bis zu acht Schulen

Die Eckpunkte des Autonomiepakets sehen vor , dass die Schulen künftig selbst über Klassen- und Gruppengrößen sowie die Dauer der Unterrichtseinheiten entscheiden. Zentrale Verwaltungseinheiten sollen “Schulcluster” werden, zu denen sich bis zu acht Schulen zusammenschließen können.

(Red.)

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