Viagra-Bande beschäftigt Justiz

Von VN/Christiane Eckert
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Mit gefälschten Pillen soll die Gruppierung 20 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Mit gefälschten Pillen soll die Gruppierung 20 Millionen Euro erwirtschaftet haben. - © Bilderbox/Symbolbild
Feldkirch - Wie in der heutigen VN-Ausgabe zu lesen ist, muss sich ein 62-jähriger Bregenzerwälder Pensionist am neunten Oktober am Landesgericht Feldkirch wegen illegalen Pillenhandels verantworten. Mit auf der Anklagebank, seine Ex-Gattin. Sie soll ihm beim Versand geholfen haben.

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Dem bislang Unbescholtenen wirft die Anklagebehörde laut Staatsanwalt Wilfried Siegele zudem vor, er sei im Rahmen einer kriminellen Vereinigung tätig gewesen. Das bedeutet, in einer kriminellen Organisation  mit arbeitsteiligem Auftreten und hierarchischer Struktur.

Fünf Millionen Euro ergaunert

In erster Linie geht es um gefälschte Potenzmittel und Schlankheitspräparate, die per Internet beworben und per Post in Österreich, Deutschland und der Schweiz versendet worden sein sollen. Angeklagte Schadenssumme: Mindestens fünf Millionen Euro. Von 2008 bis 2011 sollen von der "Pillenbande" über 153.000 Internetbestellungen ausgeführt worden sein, bis April 2011 soll die Gruppe mehr als 20 Millionen Euro erwirtschaftet haben.

Der Angeklagte soll sich um Einkauf, Versand, Werbung, Präsentation und Provisionsauszahlungen gekümmert haben. Der Ex-Frau wird "lediglich" die postalische Aufgabe von rund 3600 Pillenkuverts vorgeworfen.

Gratis Bordellbesuche als Anreiz

Die Kunden kamen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und erhielten die Ware offenbar per Post. Die Bande soll laut Anklage professionell agiert haben. Es wurden Führungspersonal, Technikspezialisten, Fahrer und Verpackungsmitarbeiter angeheuert, die Ware wurde im Internet beworben. Als Anreiz für effektive Arbeit sollen Mitarbeiter auch gratis Bordellbesuche erhalten haben.

Der Bregenzerwälder ist laut "VN" nur teilweise geständig. Er gab zu, seinem Sohn, der in Tschechien eine Porno-Produktionsfirma habe, "untergeordnet" geholfen zu haben.

Staatsanwalt Wilfried Siegele bestätigt, dass das Vergehen der "kriminellen Vereinigung" in Österreich eher eine Seltenheit ist. Die Bestimmung zielt auf schwere Verbrechen ab, die gibt es in unserem Land in organisierter Form nicht so häufig, so Siegele. Der Prozess wurde für fünf Stunden anberaumt.

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