VCÖ: Produktion eines Autos verursacht so viel CO2 wie 30.000 Kilometer

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VCÖ: Produktion eines Autos verursacht so viel CO2 wie 30.000 Kilometer
Die Klimabelastung durch Autos hängt nicht nur von den gefahrenen Kilometern ab. In Vorarlberg wurden im Vorjahr 12.143 Pkw neu zugelassen. Der VCÖ weist darauf hin, dass allein deren Produktion rund 64.500 Tonnen CO2 verursacht hat.

Das entspricht dem CO2-Ausstoß den 29.000 Vorarlberger Autofahrer gemeinsam pro Jahr verursachen! Der VCÖ fordert eine umfassende CO2-Kennzeichnung bei Neuwagen, die Konsumenten sollen auch über die CO2-Bilanz der Autoherstellung informiert werden.

Autos belasten unser Klima schon bevor sie überhaupt einen Kilometer gefahren sind. Der VCÖ weist darauf hin, dass die Herstellung eines Kleinwagens rund 4,1 Tonnen CO2 verursacht, ein Mittelklassewagen zwischen 4,9 und 5,4 Tonnen  und ein großer Pkw zwischen 6,3 und 7,1 Tonnen CO2. “Eine Limousine verursacht bereits bei der Herstellung um bis zu 70 Prozent mehr CO2 als ein Kleinwagen”, macht VCÖ-Experte DI Martin Blum aufmerksam.

Die VCÖ-Studie zeigt, dass allein die Herstellung der 12.143  Pkw, die im Vorjahr in Vorarlberg neu zugelassen wurden, das Klima mit rund 64.500 Tonnen CO2 belastet hat. Das entspricht einer Autofahrleistung von rund 35 Millionen Kilometer. Oder: Bei der Produktion der Vorarlberger Pkw-Neuwagenflotte des Jahres 2010 wurde soviel CO2 verursacht wie 29.000 Vorarlberger Autofahrer pro Jahr gemeinsam verursachen, verdeutlicht der VCÖ.

Derzeit wird bei der Frage der Umweltschädlichkeit von Pkw lediglich der Spritverbrauch betrachtet. Doch der Betrieb des Autos macht nur einen Teil der verursachten Treibhausgas-Emissionen aus. So verursacht ein Golf (VI 1,6 TDI, 77 kW) bei einer Fahrleistung von 150.000 Kilometer über den Lebenszyklus betrachtet 25,3 Tonnen CO2. Allein durch die Herstellung werden rund 5,5 Tonnen CO2 verursacht. Das entspricht einer Fahrleistung von rund 30.000 Kilometer eines durchschnittlichen Diesel-Pkw in Österreich.

“Viele umweltbewusste Autofahrer stellen sich die Frage, ob es für den Klimaschutz besser ist, öfters ein neues Auto zu kaufen oder ein Auto länger zu fahren. Klar ist, dass allein die Produktion eines Autos so viele Treibhausgas-Emissionen verursacht wie mehrere zehntausend Kilometer Autofahren”,  betont VCÖ-Experte Blum. Die Daten zeigen sehr deutlich: Das Ankurbeln des Autokaufs, etwa durch eine Verschrottungsprämie, ist kein Beitrag zum Klimaschutz, sondern das Gegenteil davon.

Autokäufer sollen in Zukunft umfassend über die Klimabilanz der Autoproduktion informiert werden. Der VCÖ fordert daher eine umfassende CO2-Kennzeichung von Neuwagen. Neben den durch den Spritverbrauch verursachten Treibhausgas-Emissionen soll auch die bei der Autoproduktion verursachten CO2-Emissionen angegeben werden. “Die Konsumentinnen und Konsumenten haben das Recht umfassend über die CO2-Bilanz eines Autos informiert zu werden”, so VCÖ-Experte Blum. (VCÖ)

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