"Titanic" zieht gegen Papst notfalls "bis zum Jüngsten Gericht"

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Auf der "Titanic"-Homepage ist das Bild inzwischen geschwärzt, auf der Startseite ist ein neue Fotomontage, auf der "der Papst im Freudenrausch" mit zwei Limonadeflaschen zu sehen ist. Auf der "Titanic"-Homepage ist das Bild inzwischen geschwärzt, auf der Startseite ist ein neue Fotomontage, auf der "der Papst im Freudenrausch" mit zwei Limonadeflaschen zu sehen ist. - © titanic-magazin.de
Das provokante Titelbild des Satiremagazins "Titanic", das den Papst mit vollen Hosen zeigt, dürfte die Gerichte weiterhin beschäftigen.

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Die Zeitschrift will Widerspruch gegen eine einstweiligen Verfügung des Hamburger Landgerichts einlegen. "Wir werden sämtliche Rechtsmittel ausschöpfen und notfalls bis zum Jüngsten Gericht ziehen", so Chefredakteur Leo Fischer am Mittwoch. Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, beschied derlei Ansinnen kühl: "Ich sehe dem völlig gelassen entgegen."

"Hand der Versöhnung" bleibe ausgestreckt

Er hoffe, der Widerspruch könne noch vor dem Wochenende eingebracht werden, so Redakteur Fischer. Die "Hand der Versöhnung" bleibe aber weiter ausgestreckt, und man suche das "persönliche Gespräch" mit Papst Benedikt XVI. "Wir stammen ja aus der gleichen Heimatgemeinde, der Papst und ich - aus Pentling bei Regensburg. [...] Wir sind also quasi seelenverwandt. Wenn er hier vorbeikommt, haben wir ganz schnell eine gemeinsame Ebene - und gemeinsame Bekannte", zeigte sich Fischer gegenüber der dpa zuversichtlich.

Einstweilige Verfügung erwirkt

Das Oberhaupt der katholischen Kirche fühlt sich durch das aktuelle Titelbild des Satiremagazins in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und hat eine einstweilige Verfügung erwirkt - ein in Deutschland bisher einmaliger Vorgang. Auf dem Cover der "Titanic"-Juliausgabe sieht man den Papst, auf dessen Soutane ein großer gelber Fleck ist. Auf dem Titel heißt es dazu in Anspielung an den "Vatileaks"-Skandal: "Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden!".

"Papst im Freudenrausch"

Auf der "Titanic"-Homepage ist das Bild inzwischen geschwärzt, auf der Startseite ist ein neue Fotomontage, auf der "der Papst im Freudenrausch" mit zwei Limonadeflaschen zu sehen ist. Auf der Rückseite wird der Papst von hinten mit einem großen braunen Fleck und dem Kommentar "Noch eine undichte Stelle gefunden!" gezeigt. Die Hefte, die sich bereits im Handel befinden, müssen nicht zurückgezogen werden.

DJV: "Über Geschmack lässt sich streiten"

Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbands (DJV), Michael Konken, sagte, auch der Papst müsse sich Satire gefallen lassen. "Über Geschmack lässt sich streiten, aber die Darstellung fällt unter die Freiheit der Satire." Die Zeitschrift habe keine religiösen Gefühle von Katholiken verletzt, weil die Fotomontage ihn in seiner Rolle als Repräsentant der Vatikanbürokratie karikiert habe.

Konken ermunterte die "Titanic"-Chefredaktion, die einstweilige Verfügung, die am Dienstag erlassen worden war, nicht hinzunehmen: "Es wäre nicht die erste Entscheidung des Landgerichts Hamburg gegen ein Medium, die auf dem Weg durch die Instanzen keinen Bestand hätte."

Anders sieht dies Bischofskonferenzsprecher Kopp: "Die schnelle Entscheidung des Landgerichts Hamburg ist erfreulich. Sie zeigt auf, wo Satire keine Satire mehr ist, sondern Menschen verletzt und verhöhnt werden."

(APA; Red.)

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