3. Januar 2012 07:05; Akt.: 3.01.2012 07:06

Start in eine neue Ära

Seit 1. Jänner dieses Jahres auf der Kommandobrücke beim Landesstudio: Markus Klement. Seit 1. Jänner dieses Jahres auf der Kommandobrücke beim Landesstudio: Markus Klement. - © VOL.at: Philipp Steurer
von VN/Klaus Hämmerle - Dornbirn – Wie aus dem netten Radiomoderator Markus Klement der neue ORF- Landesdirektor wurde.

 (2 Kommentare)

Sie hatten ihn weiß Gott nicht auf der Rechnung. Als der 36-jährige Markus Klement vor über drei Monaten zum neuen ORF-Landesdirektor für Vorarlberg ernannt wurde, kamen viele Mitarbeiter des Landesstudios Vorarlberg nicht aus dem Staunen heraus. Ebenso nicht zahlreiche andere Medienschaffende des Landes bzw. Kenner der Szene. Seit vorgestern nun ist der gebürtige Bregenzer tatsächlich im Amt. Dem Staunen über seine Ernennung ist das Staunen über seine ersten Schritte gewichen.

Klements Credo

„Er hat mit allen sehr konstruktiv geredet und positive Zeichen gesetzt“, mauscheln einige ORF-Mitarbeiter während einer Rauchpause. „Ich habe rund 150 Mitarbeitergespräche geführt“, wird Markus Klement konkret. Er beschwört den Teamgeist im wohl ewig futuristisch anmutenden Gebäude Höchster Straße 38 in Dornbirn. „Geht es den Mitarbeitern gut, geht es dem Unternehmen mit all seinen Produkten gut“, ist das Credo des Junggesellen. Der zur Untermauerung seiner Einstellung ein gewinnendes Lachen nachreicht. Als ehemaliger Radiomoderator sei er stets mitten unter den Menschen im ganzen Land gewesen. „Genau da müssen wir als ORF-Landesstudio auch sein.“

Das zweite Leben

Menschlichkeit will Klement auch im Umgang mit seinen knapp 100 ORF-Angestellten zur bestimmenden Leitlinie seines Handelns machen, sich nach den Prinzipien von Gerechtigkeit orientieren. „Das schließt mit ein, klare Worte zu finden für jene, bei denen das notwendig ist“, will der kommende ORF-Landesdirektor von einer Dauerumarmungs-Strategie dennoch nichts wissen. Ihm, der noch vor Kurzem als „lieber Markus“ durch seichte Radioprogramme parlierte, hätte es kaum jemand zugetraut, sich quasi über Nacht in den obersten Sessel des ORF in Vorarlberg zu katapultieren. „Aber ich hatte eben außer meinem Moderatoren-Leben noch ein anderes. Ich habe Beziehungen zu Land und Leuten geknüpft“, meint er mit einem listigen Grinsen.

Bei Kunz

Markus Klement genießt die Rolle des „Primus inter pares“ (des Ersten unter Gleichen). Ganz selbstverständlich räumt er die leere Kaffeetasse vom Kantinentisch, grüßt beim Rundgang durch das ORF-Gebäude jeden und jede freundlichst, klopft hier auf eine Schulter und macht dort einen Scherz. Die Welt von Funk und Fernsehen hat den ehemaligen HAK-Schüler schon immer fasziniert. Unvergessen bleibt ihm ein Tag am Küniglberg in Wien, zu dem er als Schüler eingeladen wurde. „Ich schrieb damals einen Brief an den Informations-Intendanten Johannes Kunz. Und tatsächlich bekam ich daraufhin eine Einladung nach Wien. Einen Tag lang durfte ich einen Blick hinter die Kulissen einer ,Zeit im Bild-Sendung werfen“, erzählt Klement. Von diesem Moment an sei er endgültig ORF-infiziert gewesen. Nun hat ihn der Infekt in seiner stärkster Ausprägung erfasst.

Zur Person

Markus Klement

Geboren: 20. Juli 1975

Wohnort: Hard

Beruf: ORF-Landesdirektor

Familie: ledig

Hobbys: Wandern, Reisen, gut essen

Lieblingsspeise: gefüllte Paprika


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