GroupGroupCombined ShapePage 1Page 1Combined ShapePage 1Triangle Fill 1BitmapFill 1Fill 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAA Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Grünen-Chefin Glawischnig ist zurückgetreten

Eva Glawischnig ist als Bundessprecherin der Grünen zurückgetreten. Bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Donnerstagvormittag nannte sie hierfür gesundheitliche Gründe.

Glawischnig war allerdings nach dem ausbleibenden Aufschwung nach der Bundespräsidentenwahl, aber auch nach dem Rausschmiss der Jungen Grünen aus der Bundespartei parteiintern unter Druck geraten. Sie legt alle Funktionen zurück, jene als Bundessprecherin, als Klubobfrau und ihr Nationalratsmandat.

Nachfolge bleibt offen

Wer die Nachfolge Glawischnigs in der Partei übernimmt, blieb vorerst offen. Die scheidende Parteichefin verwies auf den Erweiterten Bundesvorstand am Freitag in Salzburg. Eine persönliche Empfehlung verweigerte sie, verwies aber auf die Bedeutung von Frauen in politischen Führungspositionen.

Wien. Ihre Entscheidung zum Rückzug sei “eine zutiefst persönliche” gewesen, so Glawischnig, die mehrfach mit den Tränen kämpfte. Getroffen habe sie diese, als klar war, dass es bald Neuwahlen geben werde. Einen sonstigen unmittelbaren politischen Anlass bestritt sie. Sie wolle ihren Kindern weiter in Gesundheit zur Verfügung stehen.

Warnt vor “Konzept des starken Mannes”

Glawischnig appellierte bei ihrer Abschieds-Pressekonferenz an die Parteien, sich darauf zu besinnen, “was wirklich relevant ist” und sich nicht darauf zu konzentrieren, wie man Wählerängste mobilisiere. Als “überzeugte Parlamentarierin” warnte sie auch vor dem “Wunsch und Konzept des sogenannten starken Mannes”.

Sie selbst, die “Kärntner Wirtshaustochter”, habe als Umweltaktivistin und Juristin begonnen und als Quereinsteigerin bei den Grünen ihre politische Heimat gefunden. Lange sei sie Nummer zwei hinter Alexander Van der Bellen gewesen, und 2008 habe sie die Parteispitze übernommen. “Jetzt ist für mich der Zeitpunkt gekommen, diese Führung abzugeben.”

Glawischnig erinnerte an ihre politischen Erfolge, zuallererst den nach langen Jahren geschafften Einzug in den Kärntner Landtag: “Das einzige Mal, wo mir Johannes Voggenhuber (der langjährige EU-Mandatar war einer ihrer vehementesten Gegner in der Partei, Anm.) gratuliert hat.”

Die Erklärung in voller Länge

Als sie die Partei übernommen habe, habe man ihr prophezeit, sie werde nach Van der Bellen ein Drittel der Wähler verlieren. Statt dessen habe man als Team “die erfolgreichste Phase in Österreich” geschafft, mit Zugewinnen in Nationalrats- und Landtagswahlen, fünf Prozent plus bei den Europawahlen und vielen Beteiligungen in Landesregierungen. Als Höhepunkt nannte sie das Projekt, Alexander Van der Bellen als ersten grünen Präsidenten Europas in die Hofburg zu bringen. “Das habe ich und wir maßgeblich unterstützt.”

Wichtig sei es, mutig zu sein. Die Sicherung der Lebensgrundlagen, Umwelt- und Klimaschutz, Gleichstellung und Seriosität in der Politik nannte sie als ihre Hauptthemen. Zum Rücktritt bewegt hätten sie auch “körperliche Warnsignale, die ich ernst nehmen muss”. Als Mutter, die von ihren Kindern noch gebraucht werde, habe sie ihre Gesundheit nicht weiter aufs Spiel setzen wollen, erinnerte sie an ihren kürzlich erlittenen allergischen Schock. Sie bedankte sich bei ihren Mitarbeitern, Weggefährten und ihrer Familie.

Sie erinnerte an die verstorbenen SPÖ-Politikerinnen Barbara Prammer und Sabine Oberhauser, denn beide seien für Lösungen und Sachlichkeit gestanden, nicht für ein “Duell der Eitelkeiten”. “Ich war sehr oft die einzige Frau in politischen Runden”, stellte sie fest und meinte, wenn es mehr Frauen in Führungspositionen gäbe, würde die politische Kultur anders aussehen.

An alle Social Media-Nutzer appellierte sie weiters, die Debattenkultur zu verändern, damit nicht der Hass dominiert. Als Privatperson werde sie auch weiterhin gegen Hass im Netz mit Musterklagen vorgehen. Dies will sie “mit aller Kraft weiter betreiben”.

Auch “einige Persönlichkeiten” in der Medienbranche kritisierte sie, da diese das Klima in der Republik “regelrecht vergiften” und journalistische Sorgfalt vermissen ließen – oder weil sie “einfach sexistische Machos sind”. Bei dem Medientermin saß übrigens auch der “Krone”-Kolumnist Michael Jeannee, der Glawischnig immer wieder in seiner Kolumne heftigst angegriffen hatte, im Publikum.

Ingrid Felipe als Nachfolgerin gehandelt

Zu ihrer Nachfolge wollte sie nicht äußern. Kolportiert wird unter anderem, dass die Tiroler Parteichefin Ingrid Felipe und Glawischnigs Vize Werner Kogler interimistisch in der Partei und Justizsprecher Albert Steinhauser im Klub übernehmen könnten. Die Nachfolge sei eine Entscheidung der Parteigremien, “ich werde mich nicht mehr zu Wort melden”.

Von einer Ämtertrennung zwischen Partei und Mandat hält sie wenig, Glawischnig empfahl dazu einen Blick nach Deutschland. Die Entscheidung hierzulande für eine klare Parteispitze sei historisch relevant gewesen. Ihr Ansatz sei immer “mehr Sichtbarkeit von Weiblichkeit” gewesen, meinte sie zur Frage, ob sie einen Mann oder eine Frau präferieren würde. “Führungskompetenz muss nicht immer in Anzügen und Slim Fit daherkommen”, sagte sie.

Tritt Glawischnig zurück?
11:56 | VOL Redaktion

NEOS-Chefin Sabine Scheffknecht: „Die Entscheidung von Eva Glawischnig ist für mich gut nachvollziehbar. Es ist wichtig, für die Zukunft Österreichs die richtigen Weichen zu stellen. Ich zolle Eva Glawischnig Respekt dafür, dass sie persönliche Konsequenzen zieht, weil sie merkt, dass die Situation auch bei den Grünen derzeit verfahren ist“, kommentiert NEOS-Landessprecherin Sabine Scheffknecht den Rückzug von Glawischnig. In den Augen der NEOS befindet sich Österreich momentan im Umbruch. Scheffknecht ist jedoch überzeugt: „Manchmal braucht es genau solche Umbrüche, um positive Veränderung möglich zu machen." Genau dafür seien die NEOS angetreten: der Wille, das System zu verändern, die Bürgerinnen und Bürger stärker hereinzuholen, die Macht von rot-schwarz zu brechen und eine Kurs gegen Populismus und Nationalismus zu fahren.

10:41 | VOL Redaktion

Der Vorarlberger Grünen-Chef Johannes Rauch schreibt via Facebook:

Mit großem Bedauern nehme ich den Rückzug von Eva Glawischnig zur Kenntnis.
Eva Glawischnig hat als Vorsitzende der Grünen keine einzige Wahl verloren und viel dazu beigetragen, dass wir Grüne in nunmehr sechs Landesregierungen sitzen, in vielen Städten und Gemeinden in Österreich mitregieren und auch innerhalb der grünen Fraktion im europäischen Parlament eine gewichtige Rolle spielen.

Eva war und ist eine Teamplayerin, Alleingänge und „Durchgriffsrecht“ sind nicht ihr Stil, die Länder waren stets in alle wichtigen Entscheidungen mit eingebunden. Ihre Fachkompetenz im Umweltbereich, die sie in die Politik mitgebracht hat, ist über die Parteigrenzen hinweg anerkannt, ihre Haltung in Menschenrechtsfragen ist glasklar. Sie ist es auch geblieben, als weite Teile der Republik und des politischen Systems nach rechts gerückt sind.

Als Frau – und Mutter – hatte sie in all den Jahren an der Spitze eine doppelte und dreifache Last zu tragen, in einem Bereich, der immer noch – und zunehmend wieder mehr – extrem von Männern geprägt ist und in dem die Brutalität ständig zunimmt.

Dass Eva Glawischnig dem so sehr Tribut zollen musste, dass sie sich nun zurückziehen muss, ist bitter für uns Grüne, in einer Vorwahl-Situation, die schwierig genug ist. Persönlich danke ich Eva für Ihren Einsatz und ihre Kooperation und wünsche ihr vor allem eines, das Wichtigste: Gesundheit!

Die weitere Vorgehensweise wird morgen beim erweiterten Bundesvorstand (EBV) in Salzburg beraten.

10:34 | VOL Redaktion

Das sagt HC Strache zum Rücktritt von Eva Glawischnig.
10:15 | VOL Redaktion

Das war es mit dem phasenweise sehr emotionalen Abschied von Eva Glawischnig. Jetzt ist es offiziell: Die Grünen-Chefin tritt zurück.

10:14 | VOL Redaktion

Am Freitag tagt der erweiterte Parteivorstand in Salzburg. Dort wird die Nachfolge bestimmt. Sie wolle sich nicht einmischen.
10:13 | VOL Redaktion

Es sei eine zutiefst persönliche Entscheidung gewesen. Wahlkampf habe sie grundsätzlich immer als Herausforderung gesehen.
10:12 | VOL Redaktion

Als klar wurde, dass es in Richtung Neuwahlen geht, sei die Entscheidung für den Rücktritt gefallen.
10:11 | VOL Redaktion

Sie dankt jetzt noch allen ihren Wegbegleitern, Mentoren sowie Wählerinnen und Wählern.
10:11 | VOL Redaktion

Glawischnig warnt davor, dass man sich einen starken Mann an der österreichischen Spitze wünsche.
10:10 | VOL Redaktion

Sie werde auch privat gegen Facebook & Co weiterkämpfen und gegen den Hass im Netz.
10:10 | VOL Redaktion

Sie höre aber die körperlichen Warnsignale: "Ich habe die Verantwortung gegenüber meinen Kinder und Familie, dass ich gesund bleibe."
10:09 | VOL Redaktion

"Es war immer mein Anspruch auch mutig zu sein. Es gibt keinen bestimmten Anlass für diesen Rücktritt."
10:05 | VOL Redaktion

Aufgrund der schlechten Mobilfunkanbindung gibt es Probleme beim Livestream. Wir bitten das zu entschuldigen und werden sie hier im Ticker auf dem Laufenden halten.
10:04 | VOL Redaktion

Die persönliche Erklärung beginnt: Glawischnig blickt auf ihre politsiche Karriere zurück.
09:48 | VOL Redaktion



ORF-Reporter Matthias Schrom berichtet von der Parteizentrale der Grünen, dass der Rücktritt von Eva Glawischnig-Piesczek bereits sicher sein soll. Die Frage sei nur der Zeitpunkt.
09:37 | VOL Redaktion

Die persönliche Stellungnahme von Eva Glawischnig gibt's hier ab 10 Uhr im LIVESTREAM.
09:37 | VOL Redaktion


08:54 | VOL Redaktion


08:52 | VOL Redaktion

SpitzenkandidatIn gesucht!

Wie Innenpolitik-Journalist und VN-Kommentator Johannes Huber schreibt, wird Ingrid Felipe "nur" die Parteiführung übernehmen. Als Spitzenkandidatin steht sie offensichtlich nicht zur Verfügung.
08:44 | VOL Redaktion

Angeblich sollen gesundheitliche Gründe den Ausschlag gegeben haben: Um 10 Uhr - hier live - wird es im Grünen Klub offensichtlich eine Pressekonferenz geben.
08:42 | VOL Redaktion

Wir sie die Nachfolgerin: Die Tiroler Landesrätin Ingrid Felipe wird hoch gehandelt, obwohl sie den Eklat mit den Jüngen Grünen nicht klären konnte.
08:40 | VOL Redaktion


08:35 | VOL Redaktion

Wie die VN in Erfahrung bringen konnte, soll es stimmen: Glawischnig wird zurücktreten.
08:30 | VOL Redaktion

Die Gerüchte verdichten sich: Offenbar wird Grünen-Chefin Eva Glawischnig zurücktreten.

(APA)

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  1. VOL.AT
  2. Politik
  3. Grünen-Chefin Glawischnig ist zurückgetreten
Kommentare
Noch 1000 Zeichen