Skigebiete wachsen zusammen

Von Iris Burtscher
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Skigebiete wachsen zusammen
Zürs, Stuben - In Zug auf die Ski steigen, in St. Anton am Arlberg wieder abschnallen: In einigen Jahren soll dies möglich sein. Denn in Zürs und Stuben bastelt man seit Längerem an neuen Liftprojekten, die immer konkreter werden.

Drei neue Bahnen sind geplant: Ein neuer Übungslift in Zürs, eine modernisierte Albonabahn, die von der Alpe Rauz auf den Albonasattel führt, und eine neue Trittkopfbahn. Zwischen den beiden Letztgenannten könnte es eine Verbindung geben: eine Abzweigung der Trittkopfbahn zur Alpe Rauz. Damit würden die Skigebiete auf Vorarlberger und Tiroler Seite von Zug bis St. Anton verschmelzen ­- die VN berichteten. Die Seilbahnvorhaben wurden nun gemeinsam zu einer Vorprüfung bei der Bludenzer Bezirkshauptmannschaft eingereicht. Die „Errichtung der Trittkopfbahn mit Verbindungsbahn nach Rauz sowie Albonabahn“ wird nun geprüft. Ende Juni fand bereits die Begehung vor Ort statt.

Frage der Finanzierung

Die beiden Skiliftgesellschaften in Zürs und Stuben geben sich jedoch noch bedeckt. Ob die Verbindungsbahn tatsächlich gebaut werde, sei noch offen, gibt Willy Skardarasy, Hotelier und Aufsichtsratsvorsitzender der Ski Zürs AG an: „Das liegt in den Sternen. Es ist auch eine Frage der Finanzierung. Zweifellos ist es ein sehr teures Projekt.“ Genaue Zahlen nennt er nicht. Neue Pisten würden dadurch nicht entstehen. Wintersportlern bliebe aber die Fahrt mit dem Skibus erspart. Konkreter ist die Erneuerung der Trittkopfbahn. Bis zur Skisaison 2013/2014 soll die „uralte Bahn“, wie Skardarasy sagt, auf neuer Trasse auf den Trittkopf führen - zumindest wenn es nach den Wünschen der Skigebietsbetreiber geht. Bewilligungen stehen allerdings noch aus, ebenfalls fehlen noch die Zustimmungen mehrerer Grundbesitzer. Und von der Mittelstation ebendieser neuen Trittkopfbahn könnte eine Abzweigung nach Rauz führen.
Auf der anderen Seite des Flexenpasses, in Stuben, ist man ähnlich wortkarg. Man habe das Ziel, mit den Zürsern mitzubauen, sagt der Stubener Seilbahnchef Erich Brunner. Die Erneuerung der Albonabahn werde man wenn nötig aber auch ohne die Verbindung nach Zürs durchziehen. Geplant ist eine neue Gondelbahn von der Alpe Rauz auf den Albonasat­tel, als Verlängerung und Ersatz des bestehenden Zweier-Sessellifts „Albonabahn II“. Die „Albonabahn I“ würde auf der bestehenden Trasse erneuert werden. Auch Brunner nennt 2013 als Ziel. „In zwei bis drei Jahren sollte die Bahn erneuert werden. Aber wir haben noch keine Nägel mit Köpfen.“

Kritik an Projekt

Die Naturschutzanwaltschaft kann dem Vorhaben, die Skigebiete zu verbinden, derweil nichts abgewinnen. „Das ist ein Rieseneingriff“, nimmt Katharina Lins Stellung. „Die Verbindung von Zürs zur Alpe Rauz betrifft ein Gebiet, das jetzt überhaupt nicht erschlossen ist.“ Man müsste massiv in die Landschaft eingreifen, hält sie fest.
VN
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