Selbstbewusster Kurz sieht Kanzlerduell mit Strache

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ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FP-Obmann Heinz Christian Strache sind am Dienstagabend im ORF einmal mehr aufeinandergetroffen.

Kurz trat betont selbstbewusst auf, erklärte die Wahl zu einem Kanzlerduell zwischen ihm und Strache und warnte vor einer blau-roten Koalition, auch wenn die ÖVP erste werde. Strache hielt Kurz seine Verantwortung für das “Integrationsversagen” der letzten Jahre vor.

Strache: “Kurz hat als Integrationsminister versagt”

Wie schon zwei Tage zuvor im Privatsender “Puls 4” prophezeite Kurz der FPÖ bei der Wahl am Sonntag ein gutes Ergebnis. “Die Entscheidung wird sein, ob der Herr Strache Kanzler wird oder ob ich das Land führen darf”, sagte Kurz. Strache erinnerte Kurz an dessen Verantwortung für die bisherige Regierungspolitik. Noch vor wenigen Jahren habe er den Mangel an “Willkommenskultur” kritisiert und als Integrationsminister sei er verantwortlich für “Parallel- und Gegengesellschaften”. Außerdem werde kein Kanzler gewählt, sondern Parteien – und hier stehe die FPÖ für Veränderung.

Kurz: “Regierungschef soll der Regierung die Linie vorgeben”

Strache kritisiert Spenden an ÖVP

“Kein gutes Bild” macht für Strache auch, dass einer seiner Großspender, der Immobilienunternehmer Georg Muzicant, auch an einer Firma von Kanzler-Gattin Eveline Steinberger-Kern beteiligt sei. Strache will darin “rot-schwarze Verstrickungen” erkennen, Kurz nur eine “etwas abstruse Verschwörungstheorie”: “Den Herrn Muzicant herauszugreifen, nur weil er einen jüdischen Background hat, halte ich für unredlich.” Und, so Kurz: Muzicant unterstützte ihn, “weil er nicht möchte, dass er am 16. Oktober mit Rot-Blau aufwacht”.

Im weiteren Gesprächsverlauf gab sich Kurz dem FP-Chef gegenüber betont selbstbewusst. Etwa als Strache meinte, nicht Kurz habe die Balkanroute geschlossen, sondern der ungarische Regierungschef Viktor Orban durch seine “Außengrenzsicherung”. Kurz konterte trocken: “Sie streben ein Regierungsamt an, da sollten sie es genauer nehmen mit den Fakten, damit Sie sich auf europäischer Ebene nicht lächerlich machen.” Oder als sich Strache seines guten Einvernehmens mit Orban rühmte: “Der gibt ihnen nicht einmal einen Termin, Herr Strache.” Nachsatz: “Ich kann ihnen helfen, dass sie einen Termin bekommen.”

Rot-Schwarzes Versagen von Grenzsicherung

“Sie haben mitbeschlossen, dass Grenzen rechtswidrig geöffnet werden”

Kurz: “Werden Grenzkontrollen verlängern”

“Wollen Grenzsicherung und Rückführungsabkommen umsetzen”

“Hofer hätte als Bundespräsident mit mir als Bundeskanzler gute neue Politik umsetzen wollen”

Recht gab Kurz dem FP-Chef nur in dessen Kritik am Vorgehen von Kanzler Christian Kern in Sachen “Anti-Terror-Mauer” am Ballhausplatz. Und die Mindestsicherung würde der VP-Chef gerne gemeinsam mit der FPÖ nach dem oberösterreichischen Modell kürzen – wobei Strache meinte, er hätte lieber mehr Sachleistungen.

Verweigern würde der FP-Chef einem Kanzler Kurz jedenfalls seine gewünschte “Richtlinienkompetenz”. “Das finde ich fast ein Armutszeugnis, wenn man so etwas braucht”, kritisierte Strache. Nötig sei Teamfähigkeit und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. “Ich werde mir einen Koalitionspartner suchen, mit dem ich ein Maximum unserer Ideen umsetzen kann und ich werde dann teamfähig aber klar führen”, so Kurz. Außerdem drohe ohnehin eine blau-rote Koalition, auch wenn die ÖVP erste werde. Daher brauche er am 15. Oktober ein starkes Ergebnis, damit er den Führungsanspruch stellen könne.

Kurz: “Rot und Blau könnten versuchen, Koalition zu bilden”

Müssen gegen Missbrauch im Sozialsystem vorgehen”

“Pensionisten werden unter Rot-Schwarz wie Bittsteller behandelt”

“Wollen Volksabstimmung über CETA”

“Ohne Freihandel gäbe es den Wohlstand Österreichs nicht”

“EU hat sich nicht an eigene Regeln gehalten”

Zugänge zum Austritt Großbritanniens aus der EU

Filzmaier und Kramar-Schmid zu Strache vs. Kurz

Politologe Filzmaier und ZIB-Redakteurin Kramar-Schmid (ORF) kommentieren die Aussagen der Spitzenkandidaten von ÖVP und FPÖ in der ORF-TV-Konfrontation.

(APA)

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