Sektendrama im Mozartkino

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Eva Allenbach als Dienstmädchen und Julia Lena Lippoldt als Gräfin Meta Eva Allenbach als Dienstmädchen und Julia Lena Lippoldt als Gräfin Meta - © gruppefilmkunst

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Ein Film nach einer wahren Begebenheit:

Vor fast genau 200 Jahren wurde der fanatische Priester Thomas Pöschl, wegen seiner unerbittlichen Strafpredigten von Braunau nach Ampflwang strafversetzt. Durch die Versetzung Pöschls in die kleine Landgemeinde im Hausruck wähnte sich die Amtskirche in Sicherheit, doch alles kam anders als gedacht. Mit Hilfe der so genannten Seherin Magdalena Sickinger gründete der gebürtige Böhme eine Sekte der Reinen und Anständigen. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Gemeinde gespalten. Während die gemäßigten Gläubigen in der Kirche beim eigentlichen Dorfpfarrer beteten, tanzten die Sektenmitglieder des Kooporators Pöschl auf den Friedhöfen umher. Als jener in seinen teils privaten Predigten von der Vernichtung der Unreinen sprach, wurde er schließlich erst nach Vöcklabruck und dann nach Salzburg ins Priestergefängnis überstellt. Während seiner Gefangenschaft weitete sich die Sekte nach Salzburg, Bayern und nach Norddeutschland aus. Tausende schlossen sich der neuen Bewegung an. In den Dörfern kam es tumultartigen Massenreinigungen, Andachtsspielen und schließlich auch zu Menschenopfern. 1817 wurde die Sekte von der Nationalgarde aufgelöst. 

200 Jahre später hat der oberösterreichische Filmemacher Cajetan Jacob den historischen Stoff zum Drehbuch verarbeitet und 2011 mit internationaler Besetzung verfilmt. Der von Bettina Hutterer produzierte Spielfilm trägt den Titel "Das Falsche Herz" und wird kommende Woche vom 5. bis zum 12. Oktober im Mozartkino zu sehen sein: 

Therese (Eva Allenbach)  lebt zwischen zwei Welten. Als Dienstmädchen hat sie sich in die mondäne Gräfin Meta von W. (Julia Lena Lippoldt) verliebt und als Frau von ärmlicher Herkunft, muss sie dabei zusehen, wie ihre Schwester Magdalena (Elke Pusl) von einem teuflischen Sektierer (Hannes Liebmann) in den Abgrund gezogen wird.  Jene vollzieht mit dem berüchtigten Priester Thomas Pöschl Teufelsaustreibungen im Dorf. Kleine Kinder müssen dem Teufel abschwören, eine junge Frau (Beate Korntner) wird brutal exorziert und später von Pöschl zur Heiligen stilisiert. Als der eigentliche Pfarrer (Walter Ludwig) Hilfe bei der Gräfin sucht, begibt sich jene mit Therese auf Entdeckungsreise ins Dorf und findet auf den vereinzelten Höfen Menschen vor, die nicht mehr von dieser Welt zu stammen scheinen. Kleine Kinder klettern auf Obstbäume und beten den Heiligen Geist an, hauchende Mädchen knien auf den Feldern vor Thereses Schwester am Boden. Meta zitiert den neuen Pfarrer zu sich ins Schloss. Kann sie der drohenden Gefahr noch einmal den Riegel vorschieben oder wird eine neue und gefährliche Kraft übers Hausruckviertel hinwegfegen und alles vernichten, was nicht rein und gottgefällig ist?

Wer sich den Film ansehen möchte sollte besser starke Nerven mitbringen. Das Falsche Herz verzichtet weitgehend auf Hollywoodklischees und setzt auf ruhige Bilder. Das tut der Spannung allerdings keinen Abbruch: Schreckhafte Gemüter finden sich gerade im letzten Drittel des Films schnell vor den Kinotüren wieder. 

Dass die Handlung des Films nicht regional begrenzt ist, beweist der Film am 6. Oktober in den Vereinigten Staaten beim 4. jährlichen Louisville International Festival of Film in Kentucky.

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