5. Oktober 2012 13:52; Akt.: 5.10.2012 13:52

Samaras: Griechische Demokratie steht vor größter Herausforderung

Regierungschef besorgt über Aufstieg von Neonazi-Partei. Regierungschef besorgt über Aufstieg von Neonazi-Partei. - © EPA
Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hat mit dramatischen Worten vor den Folgen einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen und sozialen Lage seines Landes gewarnt. “Die griechische Demokratie steht vor ihrer vielleicht größten Herausforderung”, sagte Samaras dem in Düsseldorf erscheinenden “Handelsblatt” vom Freitag. Der Zusammenhalt der griechischen Gesellschaft sei durch “steigende Arbeitslosigkeit gefährdet, so wie es gegen Ende der Weimarer Republik in Deutschland war”.

alt Korrekturen melden

Die Gesellschaft “als Ganzes” sei bedroht durch Populisten der extremen Linken und “durch etwas, das es in unserem Land noch nie zuvor gegeben hat – den Aufstieg einer rechtsextremistischen, man könnte sagen, faschistischen Neonazi-Partei”, sagte der griechische Regierungschef. Diese sei in Umfragen bereits die “drittstärkste politische Kraft in Griechenland, Tendenz wachsend”. Seit der Wahl vom 17. Juni ist die rechtsextremistische Partei Chryssi Avgi (Goldene Morgenröte) mit 18 Abgeordneten im Parlament vertreten.

Samaras sagte, wenn seine Regierung scheitere, “wartet auf uns das Chaos”. Er führe “den Kampf seines Lebens”. Sein Land sei aber zu Opfern bereit, sagte der konservative Politiker. Binnen fünf Jahren hätten die Griechen mehr als ein Drittel ihres Lebensstandards verloren. Seine Politik bedeute nochmals einen tiefen Einschnitt, dies sei aber “der letzte”, danach müsse es “Licht am Ende des Tunnels” geben. Sein Land sei an “der Grenze dessen, was wir unserer Bevölkerung zumuten können”, sagte Samaras.

Samaras lobte vor diesem Hintergrund die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie habe den “richtigen Ton gefunden, als sie jüngst sagte, dass ihr das Herz blutet”, wenn sie die Schicksale der von Armut Betroffenen sehe. Samaras sagte, es wäre “sehr wichtig”, wenn Merkel Griechenland besuchte. Sein Land wisse es “sehr zu schätzen”, dass Deutschland und Europa “in dieser schwierigen Zeit helfen”.

Kritisch äußerte sich Samaras über den deutschen Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Dieser “ist offensichtlich nicht unser bester Verbündeter”, sagte er. Rösler hatte im Juli gesagt, das Szenario eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone habe “längst seinen Schrecken verloren”.

(APA)



Kommentare 0

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

Neuen Kommentar schreiben

 
1000
/1000 Zeichen übrig
 

Mehr auf vol.at
Amnesty übt scharfe Kritik an Russland und Ungarn
Bei der diesjährigen Präsentation des Jahresberichts von Amnesty International (AI) hat der Generalsekretär von AI [...] mehr »
Koalitionsverhandlungen in Salzburg beginnen
In Salzburg beginnen heute Vormittag die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Landesregierung. Die ÖVP, die [...] mehr »
Neun Soldaten bei Anschlag in Kolumbien getötet
Bei einem Anschlag der Guerillagruppe ELN sind neun kolumbianische Soldaten getötet worden. Weitere sechs verletzte [...] mehr »
Belgrad und Prishtina einigten sich zu Nordkosovo
Die Ministerpräsidenten Serbiens und des Kosovo, Ivica Dacic und Hashim Thaci, haben sich bei ihren Gesprächen in [...] mehr »
Iran verbessert Technik von Atomprogramm
Der Iran verbessert sein umstrittenes Atomprogramm Schritt für Schritt weiter. Dies geht aus einem am Mittwoch in Wien [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Jetzt meistgelesen auf VOL.AT

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Anmelden - oder ohne Registrierung diskutieren

Als VOL.AT User anmelden:




Passwort vergessen?

Unregistrierter User:

Bei unregistrierten Benutzern wird der Kommentar erst nach einer Prüfung freigeschaltet. Beleidigende, rassistische, ausfällige oder nicht themenbezogene Kommentare werden nicht veröffentlicht. Kommentare von eingeloggten Usern werden sofort veröffentlicht.

Neu registrieren



Werbung
Werbung
Werbung
Werbung