Polizei vermutet mindestens 90 Leichen im Bodensee

Von Simon Vonbank
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Wasserrettung im Einsatz Wasserrettung im Einsatz - © VOL.AT
Hard - Am vergangenen Samstag wurde am Höchster Hafen eine Leiche gefunden. Neuesten Informationen zufolge lag diese mindestens drei Jahre im Wasser. Die Polizei vermutet, dass derzeit rund 90 Leichen im Bodensee sind.

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Unklar ist, ob die vermissten Menschen jemals wieder vom Gewässer freigegeben werden. "Das hängt unter anderem von der Wassertemperatur, den Strömungen und der Wassertiefe ab", erklärt Wilfried Schneider von der Seepolizei in Hard. Nur sehr selten kommen die toten Körper wieder an die Wasseroberfläche. Sobald ein Zeitfenster von rund 1-2 Wochen überschritten ist, bleiben diese mitunter für immer am Grund. "Die Körper werden am Grund eingesandet und dann sind die Chancen sehr gering, dass diese jemals wieder auftauchen", so Schneider. Durch die Strömungen können diese auch in andere Gewässer transportiert werden. Üblicherweise versinkt ein toter Körper und dann setzt der Verwesungsprozess ein. Es bilden sich dabei Gase in der Leiche, weshalb der Körper nach einigen Tagen wieder an die Oberfläche getrieben wird. Ab einer Tiefe von 20 Metern hat das Wasser nur noch rund vier Grad Celsius, was den Verwesungsprozess verlangsamt. Zumdem steigt der Wasserdruck mit zunehmender Tiefe. All diese Kriterien sorgen dafür, dass der Körper mitunter nie wieder auftacht.

Höchster Leiche vermutlich männlich

Die Leiche, die am vergangenen Samstag in Höchst gefunden wurde, ist derzeit beim Gerichtsmediziner. Da nur der Torso der Leiche gefunden wurde, lässt sich nicht genau bestimmen, wie alt die Person war und ob sie männlich oder weiblich war. "Zu 80-90 Prozent ist sie männlich, aber mit Bestimmtheit können wir das noch nicht sagen", sagt Schneider. Auch ist unklar, ob es sich dabei um eine der 90 vermissten Personen handelt oder ob diese beispielsweise durch den Rhein angeschwemmt wurde. Sicher ist bisher nur, dass der Torso mindestens drei Jahre und weniger als 15 Jahre in einem Gewässer war. Der Gerichtsmediziner versucht nun zu klären, wie groß die Person früher war und welches Alter sie hatte. Warum die Leiche nach all der Zeit wieder aufgetaucht ist, bleibt ungewiss. "In der Regel befinden sich die Körper in einer Tiefe von mindestens 20-30 Metern, dieser Körper wurde an einer vier Meter tiefen Stelle gefunden", ergänzt Schneider. Auch die Todesursache ist bislang nur spekulativ.

(SVO)

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