ORF: Klement nun der Favorit

Von Johannes Huber
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ORF: Klement nun der Favorit
ORF-Landesdirektor: Stiftungsrat traut Radiomoderator den Posten zu. Sausgruber entscheidet.

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ORF-Landesdirektor Wolfgang Burtscher hatte bis zuletzt gute Gründe, davon auszugehen, dass er in der morgigen Sitzung des ORF-Stiftungsrates in seiner Funktion bestätigt wird. Traditionell ist das schließlich eine Frage, die der Landeshauptmann entscheidet. Und dessen Vertreter im Stiftungsrat, der ehemalige Großbetriebsprüfer des Finanzamts Feldkirch, Edelbert Meusburger, sagte noch am 10. August in einem VN-Interview auf die Frage, ob Burtscher wiedergewählt werde: „Ich nehme an, dass er sich bewerben wird und dann auch Landesdirektor bleibt.“ Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Neuer Landesdirektor im Funkhaus an der Höchster Straße in Dornbirn könnte der 36-jährige Markus Klement werden. Wrabetz werde Sausgruber vor dem morgigen Stiftungsrat um Zustimmung für einen Kandidaten bitten. „Theoretisch könnte es sich dabei auch um Wolfgang Burtscher handeln“, sagte Meusburger gestern im Gespräch mit den VN: „Aber das glaube ich nicht mehr.“ Begründung: Burtscher werde nächste Woche 63 Jahre alt. „Es ist Zeit für einen Generationswechsel, Veränderungen sind notwendig.“ ORF-intern wurden gestern erste Gerüchte, Markus Klement werde die Position von Wolfgang Burtscher übernehmen, mit größter Verwunderung aufgenommen. Als Radio-Moderator (u.a. „Guten Morgen, Vorarlberg“) habe er sich einen Namen gemacht. Aber im Fernsehbereich, geschweige denn in der Führung eines 90-köpfigen Unternehmens wie dem Landesstudio, verfüge er über keine Erfahrung. Außerdem hat Klement prominente Mitbewerber: Landesdirektor werden wollen (wie berichtet) auch Chefredakteurin Marion Flatz, „Vorarlberg heute“-Moderatorin Raphaela Stefandl, Programm-Chef Matthias Neustädter und Washington-Korrespondent Hanno Settele.

Voll des Lobes

Zum Gespräch mit Wrabetz nach Wien geladen wurden zuletzt nur drei der fünf: Stefandl, Flatz - sowie Klement. Und über diesen ist Meusburger voll des Lobes. Auf die Frage, ob er ihm den Landesdirektor-Posten zutraue, antwortet er: „Ja, das kann ich ganz klar zum Ausdruck bringen. Ich habe seine Bewerbung gelesen und bin überzeugt davon, dass er das sehr gut könnte. Er hat eine hervorragende Bewerbung mit entsprechenden Visionen und Zukunftsvorstellungen abgegeben.“ Öffentlich mag Klement ausschließlich als Unterhaltungsmoderator bekannt sein. Tatsächlich verfügt er aber über beste Kontakte. So sitzt er im ÖVP-nahen „Friedrich Funder Institut“ in der Kurienversammlung „Medien“ - u. a. neben ORF-Finanzdirektor Richard Grasl. Präsident des Instituts ist außerdem Ex-ORF-Chefredaktor Werner Mück. Der Landesdirektor-Posten ist begehrt - und gut bezahlt. Wolfgang Burtscher gehört dem öffentlich-rechtlichen Sender - mit einer kurzen Unterbrechung - seit 1968 an; seit 1997 ist er Landesintendant bzw. Direktor. Sein Bezug beträgt 13.000 Euro, 15-mal jährlich, plus Dienstwagen und Bonuszahlungen. Zum Vergleich: LH Herbert Sausgruber (ÖVP) erhält neben einem Dienstwagen 14-mal 15.200 Euro. Und er hat nun das letzte Wort - er kann Klement akzeptieren oder von Wrabetz einen anderen Kandidaten verlangen.

Klement: Nach flotten Sprüchen am Sprung an die Spitze

Seit 1995 ist auf Radio Vorarlberg die Stimme von Markus Klement zu hören - mit flotten Sprüchen moderiert er „Guten Morgen, Vorarlberg“, das „Bodenseemagazin“ und „Radio Vorarlberg am Nachmittag“. Vor einigen Monaten wurde Klement nach interner Kritik überraschend von seinen Vorgesetzten als Morgenmoderator abgezogen, was im Radiogeschäft einer Degradierung gleichkommt. Klement, Jahrgang 1975, studierte Kommunikations- und Politikwissenschaften und beschäftigte sich da auch mit Radioforschung.

(VN)

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