„Nehmen Fragen durchaus ernst“

Von Lisa Purin / WANN & WO
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„Nehmen Fragen durchaus ernst“
© Sams
Der WANN & WO-Artikel über die Familie Delpin schlug Wellen – nun äußern sich Vater und Mutter dazu.

„Was arbeiten die Eltern?“, „Lebt die Familie auf Kosten des Staates?“, „Was soll aus den Kindern werden?“ – dies ist nur eine kleine Auswahl an Fragen, die gegenüber WANN & WO gestellt wurden. „Die Aufregung um unsere Familie ist groß und das nur, weil wir vielleicht etwas anders sind. Wir möchten aber einige Dinge klären und nehmen die aufgekommenen Fragen der Leser und User durchaus ernst“, erklärt Mama Susanne gegenüber WANN & WO.

„Sind beide selbstständig“

„Meine Frau und ich arbeiten, wie ganz normale Menschen auch. Wir sind beide selbstständig und können unsere Arbeit unter anderem am Computer von zuhause aus verrichten. Wir sind im Bereich Informationsmarketing und als Mindset Trainer beschäftigt“, so Helge. „Außerdem könnten wir vom Arbeitslosengeld gar nicht leben“, fügt Susanne hinzu.

„Bezahlen ganz normal unsere Steuern“

Die Anschuldigungen, sie würden auf Kosten des Staates leben, weist die Familie Delpin aus Feldkirch zurück. „Wir bezahlen ganz normal unsere Steuern, wie jeder andere in Österreich und haben so auch das Recht auf Familiengeld“, erklärt Papa Helge. „Auf alles andere verzichten wir aber gerne, wir möchten uns nämlich nicht abhängig machen – von niemandem“, macht die achtfache Mutter aufmerksam. Was die Eltern nicht verstehen können, ist, wie andere negativ über den Bildungsweg ihrer Kinder denken können. Auch hierfür hat die Feldkircher Großfamilie, die autark leben möchte, eine Antwort. „Ich selbst war Lehrer an einer Polytechnischen Schule und weiß, wie die Firmen heute ticken. Sollte eines meiner Kinder sich später für einen herkömmlichen Bildungsweg interessieren, werden Susanne und ich uns selbstverständlich damit auseinandersetzen. Wenn das Kind dann diesen Weg unbedingt gehen möchte, dann wird es diesen auch finden und wir als Eltern werden unsere Sprösslinge dann auch so gut wir können unterstützen. Man kann einen Hauptschulabschluss nachholen und auch die Matura – so könnten sich unsere Kinder auch ganz normal im System einfügen, falls sie das irgendwann einmal in Erwägung ziehen. Wenn mein Sohn beispielsweise unbedingt eine Ausbildung als Bäcker ausführen möchte, dann ist es möglich, alles Notwendige nachzuholen, um den Beruf zu ergreifen.“

Schuld abschieben?

„Wir sind für unsere Kinder nicht nur hundert Prozent verantwortlich, sondern zweihundert Prozent. Viele Eltern suchen die Schuld bei Lehrern, den Schulen oder sonst irgendwo, wenn mit ihren Kindern etwas nicht klappt. Die Schuld wird quasi einfach abgeschoben. Helge und ich sind uns aber bewusst, dass das alles auf uns zurückfällt. Allerdings machen wir uns hier nicht all zu viele Sorgen, denn unsere Kids sind trotzdem gebildet. Sie dürfen sich eben aussuchen, wo ihre Stärken liegen und das auch ausüben. Wir wünschen uns nur, dass die Menschen uns leben lassen, so wie es für uns richtig ist, denn wir lassen auch jeden sein Leben auf seine Weise leben“, schließt Helge ab.

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