Nach Kanzlertausch und BP-Wahl: ÖVP stürzt ab, SPÖ stabil

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SPÖ rauf, ÖVP runter: Die Bilanz der letzten Wochen fällt für die Regierungspartner ganz unterschiedlich aus.
SPÖ rauf, ÖVP runter: Die Bilanz der letzten Wochen fällt für die Regierungspartner ganz unterschiedlich aus. - © APA/ROLAND SCHLAGER
Schicksalswochen liegen hinter den Partnern der großen Koalition. Zunächst die Turbulenzen nach dem ersten Durchgang zur Wahl des neuen Bundespräsidenten, den keiner der Kandidaten der Volksparteien überstand. Dann der Rücktritt von Werner Faymann und die anschließende Angelobung von Christian Kern als neuem Bundeskanzler. Schließlich die Wahl von Alexander Van der Bellen zum neuen Bundespräsidenten. Wie eine aktuelle Hajek-Umfrage im Auftrag von ATV zeigt, wirkten sich die letzten Tage ganz unterschiedlich auf die beiden Regierungsparteien aus: Während sich die SPÖ mit 26 Prozent stabil zeigt, stürzt die ÖVP auf 18 Punkte.

Nach einer Umfrage vom 24. Mai 2016 im Auftrag von ATV, durchgeführt von Hajek, kommt die FPÖ auf 34 Prozentpunkte (+2 im Vergleich zur letzten Hajek-Umfrage vor der Bundespräsidentschaftswahl am 9. April 2016), die SPÖ auf 26 (+4 Punkte), die ÖVP auf 18 Prozent (-4), die Grünen bekämen 13 Prozent der Wählerstimmen (-2), die NEOS 8 Prozent (+1).

 

ÖVP zu zurückhaltend?

Folgt man diesen Zahlen, geht die ÖVP um Vizekanzler Reinhold Mitterlehner als Verlierer aus den Schicksalswochen der Großen Koalition. Während es nach dem verpatzten ersten Durchgang zur Bundespräsidentenwahl in und um die SPÖ laut wurde, blieb es in der Volkspartei ruhig. Bedächtig moderierte Mitterlehner den Übergang zum neuen Bundeskanzler Christian Kern, stellte bekannte Forderungen an dessen neue Regierungsmannschaft und übt nun den Schulterschluss zum Koalitionspartner, um die Regierung zu retten. Während sich die SPÖ den Konsequenzen stellte, Kanzler und Parteichef austauschte und Vertrauen zurückgewann, straften die Wähler die Passivität der ÖVP ab.

Bleibt die Frage, wie die Wähler die nächsten, entscheidenden Wochen der Regierung unter Kanzler Kern und den ÖVP-Anteil daran bewerten. Sollte der Sinkflug der Volkspartei anhalten, wird wohl auch in der ÖVP kein Weg an einer Diskussion über die Konsequenzen vorbei.

(red)

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