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Money Service Group – Schweizer Ermittler: "Komplexer Fall"

Money Service Group – Schweizer Ermittler: "Komplexer Fall"
Der Gründer und Ex-Chef der Money Service Group (MSG), Michael Seidl, steht nicht nur in Liechtenstein, sondern auch in der Schweiz im Fokus der Justiz wegen des Anlagebetrugs-Verdachts: Gegen Seidl wird auch in St. Gallen und in Appenzell Ausserrhoden ermittelt, wie die zuständigen Staatsanwälte am Dienstag auf Anfrage der sda bestätigten.

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Sie sprechen von “Strafuntersuchungen” und einem “komplexen Fall“. Seidl selbst hat Veruntreuungsvorwürfe bestritten. Die MSG war bis vorige Woche Kapperlsponsor von Niki Lauda.

Der 40-jährige Deutsche Seidl, der Ende der 1990er Jahre dem schweizerischen Eislauf-Club Herisau vorsaß, besitzt die Firma Samiv AG mit Sitz in Herisau und einer Zweigstelle in Rorschach.

Die Anlageberatungs-Firma soll, so die sda, mit dem Verschwinden von Kundengeldern in Verbindung stehen. Die Samiv AG befinde sich seit zwei Wochen in Liquidation. Im Fokus der Justiz stehe auch die Hermes Invest GmbH in Oberbayern, ebenfalls eine Firma des MSG-Gründers. Hermes Invest bietet im Internet Fonds mit prognostizierten Renditen von bis zu 7 Prozent an.

In Medien hatte Seidl zuletzt jegliche Untreue-Vorwürfe als “Quatsch” bzw. “völligen Unsinn” zurückgewiesen. In der Zeitung “Österreich” (Dienstagausgabe) erklärte er, er habe vor geraumer Zeit seinen Wohnsitz von Liechtenstein in die Schweiz verlegt. “Ich lebe hier mit meiner Familie in einer bescheidenen Wohnung in der Ortschaft Speicher. Und jeder, der mich erreichen will, kann mich erreichen – entweder über mein Handy oder über meinen Anwalt, der auch der Staatsanwaltschaft angeboten hat, dass ich zu jeder Aussage bereit bin.” Dass er von der Staatsanwaltschaft wegen Verdachts des Betrugs verfolgt wird, nennt er “ungeheuer“.

Aus Firmen des Unternehmers und bekannten Sport-Sponsors sollen Kundengelder verschwunden sein, berichtete am Dienstag die sda. In die Schlagzeilen kam die Money Service Group vergangene Woche, als bekanntwurde, dass die Liechtensteiner Justiz wegen Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Betrugs und anderer Delikte gegen den Finanzdienstleister ermittelt. Am Firmensitz der MSG in Schaan (Liechtenstein) und an weiteren Standorten wurden Razzien durchgeführt.

Betroffen vom mutmaßlichen Anlagebetrug seien vor allem Kunden aus Deutschland, wie der leitende Ausserrhoder Staatsanwalt Christian Bötschi gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Der Fall sei komplex und der Umfang noch offen. Ausserrhoden sei in dieser Sache nur “Randgebiet”.

Mehrere Personen, zum Teil aus Deutschland, hätten im Kanton St. Gallen Anzeige erstattet. Erst danach habe sich auch der ehemalige MSG-Chef selber in Appenzell Ausserrhoden angezeigt. Für den Deutschen gilt die Unschuldsvermutung.

In der “Presse” hat Seidl Unregelmäßigkeiten bei seiner Firma Samiv AG eingeräumt, die er vor kurzem entdeckt habe. Darauf habe er Anzeige erstattet. Er selbst übe bei Samiv seit 2004 keine operative Tätigkeit mehr aus.

Aus der von ihm aufgebauten Money Service Group in Schaan zog sich der Deutsche Ende Juni aus gesundheitlichen Gründen zurück. MSG, mit Zweigstellen in Deutschland und Wien, befindet sich in Teilliquidation.

Die MSG kündigte vor ein paar Tagen den Umzug ihrer Beratungsfirma MS Consult in die Schweiz an. Eine Rolle spielen könnte dabei die Prime Advisors AG im schweizerischen Goldach, bei der die Gattin des MSG-Gründers als Verwaltungsrätin fungiert, schrieb die sda heute.

In “Österreich” bestreitet Seidl, dass es sich bei der Gruppe um ein Kartenhaus gehandelt hätte, das zusammengebrochen sei. “Das war kein Kartenhaus, das war eine Superfirma mit Super-Image.” Er räumt “schwere kommunikative Fehler” ein. Der Imageschaden sei gewaltig geworden. “Nach einer Woche war das Image so kaputt, dass wir nur mehr liquidieren konnten. Wohlgemerkt, das ist kein Konkurs“. Und “selbstverständlich” seien alle Kundengelder sicher. Bei der Money Service Group gehe es um knapp 50 Mio. Euro, bei “Hermes” um rund 15 Mio. Euro. Da seien die Anlegergelder gesichert. Anders sei das bei rund 30 Mio. Euro bei der Schweizer Samiv AG. Da habe er Selbstanzeige erstattet, weil es tatsächlich Unregelmäßigkeiten gegeben habe.

APA

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